Mell, Max, Schriftsteller (1882-1971). Eigenh. Brief mit U. und eh. Gedichtmanuskript.

Wien, 12. IV. 1926.

Zusammen 2 SS. auf 2 Bll. 8vo.

 200,00

Der Brief als Begleitschreiben zur Übersendung des beiligenden, 18zeiligen Gedichtes "Ergebung" an einen namentlich nicht identifizierten Adressaten: "Mit der Schwere der Stunde zu ringen, | Wie spürt' ichs in Hals und Brust! | Ein ungeheures Sich-Zwingen, | wie wird es zu gramvoller Lust! | Bin ich reich, wenn ich's doch kann erschwingen, | mir gelassen zu sagen: Du mußt? || Dank ich Dein, so will ich nicht klagen: 'Du hast mich unmenschlich gequält.' | Was ich litt, wird niemand erfragen: | Das wird nicht gemessen, gezählt. | Und will doch, wenn ich leide nicht sagen: | 'Ich habe mein Leben verfehlt." || Denn ich weiß, es gibt keinen Bronnen, | wo man Glück trinkt aus hohler Hand. | Ich schau und ich find: es gibt Sonnen, | Da wird jedes Antlitz verbrannt. | Und mancher blieb eingesponnen, | Daß sein Schicksla ihn selber nicht fand."

Art.-Nr.: BN#14926 Schlagwort: