[Biblia slavica - VT - Psalmi]. Psaltyr' blazhennago proroka i tsaria Davyda [...].

Lwow, v typografie Bratskoi pri tserkvi Uspeniia pr[esviatyia] B[ogorodi]tsa [Vassil Stavnitski], 1708.

(10), 251, (1) Bll. Titel, Vorrede, Index und erstes Textblatt in rot und schwarz gedruckt. Mit breiter figuraler und architektonischer Holzschnitt-Titelbordüre, der Holzschnittdruckermarke am Titel verso, einem ganzseitigen Textholzschnitt, einem Kopfstück in Holzschnitt (König David mit Harfe) und zahlr. Initialen und Zierstücken in Holzschnitt. Text durchgehend von doppelter Rahmenlinie umfaßt. Blindgepr. Lederband der Zeit auf 3 Bünden mit goldgepr. Supralibros am Vorderdeckel. Buntpapiervorsätze. 4to.

 2.500,00

Schön gedruckter Lemberger Psalter aus der Presse der Dormitio-Bruderschaft. Folgt direkt der Ausgabe des slawischen Erstdruckers Iwan Fjodorow (EA Zabludów, 1570) unter Verwendung von deren originalem Typen- und Holzschnittmaterial. Die Lemberger Bruderschaft hatte Fjodorows alte Offizin übernommen und entwickelte eine rege Drucktätigkeit (liturgische Werke sowie pädagogische Schriften für die selbst betriebene Bruderschaftsschule). Die Presse spielte für das intellektuelle Leben der Ukraine und für die Apologie der dortigen orthodoxen Kirche eine wichtige Rolle, und Fjodorows Material wurde bis ins 19. Jahrhundert weiterverwendet. Die Druckerei wurde 1788 auf Erlaß von Kaiser Joseph II. ins Stauropegion-Institut umgewandelt; ihr Ende kam erst mit der sowjetischen Besatzung 1939.

Die Holzschnitte sind signiert "EZ" bzw. "Eustaf. Zadar" (d. i. Eustaphius Zadarowski); der schöne ganzseitige David-Holzschnitt datiert 1677. Die Illustrationen aufgrund der häufigen Wiederverwendung seit dem 16. Jahrhundert zumeist recht flau im Abdruck. Besser erhalten sind die zahlreichen Initialen und Holzschnittzierstücke, die das Buch durchziehen und die aus der berühmten Ostrog-Bibel von 1580 wiederverwendet wurden.

Einige kl. Randläsuren fachmännisch restauriert; einige kl. Randausrisse alt hinterlegt (auf S. 6f. geringfügiger Textverlust). Durchgehend etwas fingerfleckig und mit zeitgenöss. hs. Marginalien. Der hübsche, neu lackierte Einband zeigt außen eine Rankenwerksrolle, darin eine schmale Ornamentbordüre mit Eckfleurons; das neu vergoldete Mittelstück zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. Das Mittelfeld am Hinterdeckel mit drei parallelen Rankenrollen gefüllt.

Zapasko/Isaievych II, 24, Nr. 842. Darlow/Moule II, S. 1403.

Art.-Nr.: BN#19071 Schlagwort: