Franz II. (I.), röm.-dt. (österr.) Kaiser (1768-1835). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 17. I. 1831.

1 S. auf Doppelblatt. Folio.

 1.500,00

Auf einem an ihn gerichteten Schreiben seines Leibarztes Andreas Joseph Frh. von Stifft (1760-1836) vom 14. Jänner 1831 (1¾ SS.), jenem Jahr, in dem sich die Cholera erstmals über ganz Europa und auch nach Nordamerika ausbreiten sollte.

Stifft referiert dem Kaiser ein Schreiben des Erzherzogs Joseph, Palatin von Ungarn, an den ungarischen Hofkanzler Graf Adam Reviczky von Revisnye (1786-1862) über die Maßnahmen gegen die im Kreise Tarnopol ausgebrochene Choleraepidemie und schließt die Bitte an, "daß Ew. M. die Verwendung von Professoren [...] als ärztliche Commissäre zu verbieten geruhen, weil [...] andere practische Ärzte hierzu viel geeigneter sind; indem die Professoren, meistens Buchwisser, häufig da am ungeschicktesten sind, wo es zu Ausführungen kommt".

Kaiser Franz nun wendet sich in seinem Schreiben an Graf Reviczky: "[...] In der Anlage erhalten Sie die Note meines Bruders zurück, welcher die Sache viel gelassener betrachtet als es hier der Fall war. Während meiner Regierung sind viele Fälle von Typhus Pesthen und dergleichen eingetretten, wo gelassen ruhig und ordentlich vorgegangen worden und Ordnung herrschte, sind sie gehörig überstanden worden [...] Übrigens finde ich Ihnen noch zu bemerken daß wenn je ärztliche Kurire ausgesendet werden sollen, hierzu praktische Ärzte zu bestimmen sind [...]".

Etwas gebräunt und stellenweise gering fleckig; mit kleineren zeitgenöss. Vermerken.

Art.-Nr.: BN#21416 Schlagwort: