[Niederösterreich]. - Räuberhauptmann Grasl. "Verzeichnis all derjenigen mittel und unmittelbaren Theilnehmer an den Verbrechen des Raubmörders Georg Grasel".

"Kriminalgericht Drosendorf", 24. X. 1815.

Titel und 10 SS. auf 6 Bll. Folio. Geheftet.

 1.500,00

Ein vom Kriminalgerichtsverwalter Schopf verantwortetes Verzeichnis von Komplizen des legendenumrankten Räubers Johann Georg Grasl (1790-1818). Vermerkt sind, soweit bekannt, die Namen von 61 Personen samt Spitznamen und einer kurzen Beschreibung, aus der etwa hervorgeht, daß nicht nur Grasls halbe Familie dem Verbrechertum frönte, sondern auch die von Theresia "Resel" Hamberger, die "Geliebte des Räuberanführers Graßl und eine sehr dreuste Person", so etwa deren Bruder Johann: "23 Jahre alt, [von] kleiner Statur, braune kurze Haare, dergleichen Augenbrauen, keinen Bart, ein kleines Gesicht, zugespitzter Kinn, längliche Nase, das Gesicht voll Blatternarben, spricht deutsch, ein sehr verwegener Bursch der an mehreren Verbrechen des Grasl Antheil genommen". "Hundssuppen", ein namentlich nicht bekanntes "junges Weibsbild[,] hat viel Finnen im Gesicht und ernährt sich vom Betteln", ein gleichfalls namenloser Wagenmeister aus Weitersfeld wird beschuldigt, Grasl Unterkunft gegeben zu haben, Isak Stern, ein "Jud in Bernschlag", "hat wissentlich gestohlene Sachen an sich gekauft", und ein Schneider aus Stalleck "wird des Unterschleifs beinzichtiget".

Grasl selbst, der mit kleinen Einbrüchen anfing und beim Raubmord endete, sollte mit voranschreitendem Alter verstärkt dem Trunk zuneigen und durch ein Wirtshauskomplott schließlich gefangengenommen werden; am 31. Jänner 1818 wurde er in Wien öffentlich hingerichtet.