Klauserwiz, Nikolaus. Seria mixta jocis seu libri tres epigrammatum quibus Vienna Austriae metropolis continetur.

Wien, Johann Baptist Schilg, 1737.

(8), 114 SS. Wiener Marmorband der Zeit über Holzdeckeln mit hs. Rückenschildchen. Dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. 8vo.

 650,00

Bemerkenswerte Beschreibung des Wiens des Hochbarock in großteils humorigen lateinischen Epigrammen. Das erste Buch behandelt Kaiser Karl VI., das politische und das Kriegsgeschehen der Zeit und die Herrscherfamilie; unter den Epigrammen auch "einige auf die Heirat der Erzherzogin Maria Theresia mit Franz Stephan von Lothringen und die Geburt ihres ersten Kindes. Auch vom Tod des im Jahr zuvor verstorbenen Prinzen Eugen handeln mehrere der Gedichte ('Extinctum Martem dum sua turba dolet'). Im zweiten Buch werden die repräsentativen Bauwerke und Institutionen Wiens vorgestellt, darunter die universitären Einrichtungen und die Hofbibliothek. Im dritten Buch lernt der Leser aber auch den Alltag und die weniger glänzenden Seiten Wiens in Epigrammen kennen: Das Kärtnertor und den Tandelmarkt, die Kaffeehäuser und die Fischer am Donauufer, das Zuchthaus und das Armenhaus. Auch von den Einwohnern und Besuchern der Stadt, von Minderheiten, verschiedenen Berufsgruppen und Nationalitäten ist die Rede: Von Rauchfangkehrern und Nachtwächtern, von Milchmädchen und Fetzentandlerinnen; von Ungarn, Schweizern und Polen; von Säufern und von Spielern; von ungebildeten Lehrern und von Ärzten, die ihr Handwerk nicht verstehen. Und obwohl diese humoristischen Epigramme oft mehr als unfreundlich ausfallen, erlauben sie uns doch einen interessanten Blick auf das Wien des Jahres 1737" (ÖNB).

Ecken bestoßen; papierbedingt durchgehend etwas braunfleckig. Am vorderen Vorsatz alte hs. Sammlungsnummer "2706"; am hinteren Innendeckel hs. Besitz- oder Kaufvermerk "Prandel" (um 1840).

Gugitz I, 2388. Slg. Mayer I, 258.

Art.-Nr.: BN#23461 Schlagwort: