Otto Franz Josef, gen. "Bolla", Erzherzog von Österreich (1865-1906). Eigenh. Brief mit U.

O. O. u. D.

3¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.

 600,00

An den "lieben Baron Türkheim", d. i. Erzherzog Ottos Kammervorsteher Joachim Frh. v. Türkheim-Geisslern (1847-1893): "[...] Wegen Graf Carl Zichy bitte Selben für nächsten Sonntag um 12 Uhr zu bestellen.

Wegen Major Müller werde ich an Erzh. Friedrich schreiben.

Betreffs Bülow könnten Sie so gut sein Sein[e] Exc. Pàlfy in meinem Namen zu bitten! Wegen Oblt. Philipp könnten Sie vielleicht auch dann sehen in wie ferne etwas zu machen wäre! - Da ich nun schon von S. Majestät ein Handschreiben wegen meiner Transferierung erhielt, rechne ich ungefähr am 1. Februar nach Prag zu kommen (im Verordnungsblatt ist noch nichts herausgekommen?) [...]".

Der zweite Sohn von Erzherzog Karl Ludwig, "Schwarm der Damen, wurde mit fünfzehn Jahren zum Leutnant ernannt und machte, trotz mangelnden militärischen Interesses, eine schnelle Karriere bis zum Feldmarschalleutnant 1899. In der Armee tat er sich vor allem durch Skandale hervor, die Stoff ausgiebigsten Tratsches, aber auch Grund für Empörung breiter Bevölkerungskreise bildeten [...] Nach dem Tod des Kronprinzen Rudolf [...] rückte Otto hinter seinem Bruder Franz Ferdinand an die zweite Stelle der Thronfolge. Als Franz Ferdinand an Tuberkulose erkrankte sah man in Otto schon den zukünftigen Kaiser [...] Nach der Gesundung Franz Ferdinands erkrankte Otto schwer, offiziell an einem Kehlkopfleiden. In Wien sprach man offen von schwerer Syphilis [...]" (Hamann, Habsburger, 378f.).

Etwas angestaubt und mit größeren, tls. hinterlegten Einrissen.

Art.-Nr.: BN#23747 Schlagwort: