Lehmann, Lilli, Sopranistin (1848-1929). Eigenh. Brief mit U. ("Lilli Lehmann Kalisch").

Wien, 13. V. 1904.

1½ SS. 4to.

 150,00

An Gräfin Anna Amadei (1828-1927): "[...] Schon durch Frau Gutheil war ich von der Güte der Lieder unterrichtet, und es wird uns eine große Freude sein, dieselben [...] durchzusehen. Da ich viel Gelegenheit habe Lieder zum empfehlen, abgesehen von dem selber singen, so kommen sie[,] glaube ich, in gute Hände, und vielleicht hören Sie den Namen Ihres lieben Sohnes jetzt [?] öfters nenen. Die Photographie werde ich behalten, den Brief von Gura anbei zurück, er ist wunderschön. In dem Büchlein hab' ich eben geblättert - auch davon werden Sie wohl noch mehr hören [...]".

Zunächst als Koloratursopran eingesetzt, sang die Tochter der Sängerin und Harfenistin Maria Theresia Lehmann-Löw bald auch dramatische Partien, 1876 auf Wunsch Richard Wagners bei der Uraufführung des "Rings des Nibelungen" die Woglinde, Helmwige und die Stimme des Waldvogels. "1885 folgte sie einer Einladung der Metropolitan Opera in New York, wo sie als überragende Interpretin deutscher und italienischer Opernpartien gefeiert wurde" (DBE). 1888 ehelichte sie den Tenor Paul Kalisch, kehrte drei Jahre darauf nach Deutschland zurück und gehörte später wieder dem Ensemble der Berliner Hofoper an. Sie gilt als "eine der bedeutendsten Wagner- und Mozartinterpretinnen der Zeit" (ebd.), schrieb gesangspädagogische Werke, eine Autobiographie und regte die Salzburger Mozart-Feste der Jahre 1901-10 an, bei denen sie als Sängerin auftrat und Regie führte.

Art.-Nr.: BN#24660 Schlagwort: