Leopold II., röm.-dt. Kaiser (1747-1792). 5 Briefe mit eigenh. U.

Wien, 1790 bis 1792.

Zusammen 5 SS. auf 10 Bll. Meist 4to.

 1.800,00

Dienstschreiben an Karl Graf von Zinzendorf (1739-1813), den Präsidenten der Neuen Hofrechnungskammer: "Nebenkommende Note des Obersten Kanzlers Grafen Kollowrat [...] den Personal- und Besoldungs Stand der Hofkanzley betref[f]end, theile ich ihnen in der Absicht mit, damit Mir von Seite der Hofrechenkammer darüber die Wohlmeinung erstattet werde; nur wird dieser für die Zukunft verfaßte Personal- und Besoldungs Stand individualiter einzurichten, und zwischen diesem, und dem gegenwärtigen Personal- und Besoldungs Stand dann jenem, der A[nno] 1779 bestand, eine Balance zu ziehen, und auszuweisen seyn [...]" (a. d. Br. v. 21. Februar 1792). Die anderen Briefe betreffen fleichfalls Finanz- und auch Personalangelegenheiten.

Karl Graf Zinzendorf hatte seit 1784 den Vorsitz der Robotaufhebungskommission inne; 1792 wurde er Staats- und Konferenzminister und Mitglied des Staatsrats, 1800 Landmarschall von Niederösterreich. Von 1801 bis 1813 Landkomtur des Deutschen Ordens in Österreich, war Zinzendorf 1808 vorübergehend dirigierender Staats- und Konferenzminister. "Zinzendorf war ein Vorkämpfer des Freihandels und lehnte den Merkantilismus ab. Seine seit 1782 geführten Tagebücher, die über sechzig Bände umfassen, sind eine bedeutsame kulturgeschichtliche Quelle" (DBE). Zu Zinzendorf, der für die Geschichtsforschung vor allem auf Grund seines zeitlebens geführten Tagebuchs von großem Interesse ist, vgl. Christine Lebeau: Die Tagebücher des Grafen Karl von Zinzendorf. In: Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch. Hg. v. J. Pauser, M. Scheutz und T. Winkelbauer. Wien 2004 (= MIÖG Ergbd. 44), S. 796-800.

Ohne die "nebenkommende Note".

Art.-Nr.: BN#26351 Schlagwort: