Urspruch, Anton, Komponist (1850-1907). Eigenh. Brief mit U.

Frankfurt am Main, 20. X. 1883.

2½ SS. 8vo.

 450,00

An den Musikalienverleger Robert Seitz (1837-1889): "Herr Konzertmeister Deeke gab mir seiner Zeit die Tage zwischen Mitte und Ende November als den Zeitpunkt für die Kammermusiksoirée an. Ich werde ihm dieser Tage schreiben, daß, wenn ich in Carlsruhe einen Flügel von Ihnen vorfinde, ich diesen benutzen werde und dann nicht ermangeln Ihnen die genaue Zeit mitzutheilen. Laßen Sie mich nur den einen Vorbehalt machen, daß Herrn D. keine Unkosten erwachsen. Sie können sich ja denken, daß in einem Kammermusikkonzert das Gold nicht geradezu fließt. Ich glaube kaum, daß ich diesen Winter nach Leipzig komme. Daß ich von Ihrem freundlichen Anerbieten Gebrauch machen werde, wenn ich einst dorthin gehe, dürfen Sie dann überzeugt sein. Allein ich werde vor allem darauf bedacht sein, wenn ich das erste Mal als Komponist vor das Leipziger Publikum trete, daß dies mit meinem Werke geschieht, welches, wie meine Sinfonie, sich an das große Publikum wendet, und nicht mit Kammermusik, die nur den kleineren Kreis von Musikern interessiert. Ein oder das andere Mal wird man doch noch auf die Sinfonie zurückkommen. Einstweilen danke ich Ihnen herzlichst für die freundliche Aufnahme der Notiz in Ihrem geschätzten Blatte und verbleibe mit bestem Gruße […]".

Der Schüler Franz Liszts komponierte eine Symphonie, Klavierwerke, Kammermusik, Lieder sowie die Opern "Der Sturm" und "Das Unmöglichste von allen". Urspruch schrieb "Der gregorianische Choral" und die "Choralfrage" (1901).

Auf Briefpapier mit gepr. Initialen.

Art.-Nr.: BN#35898 Schlagwort: