Heun, Carl (Ps. H. Clauren), Schriftsteller (1771-1854). Eigenh. Brief mit U.

Berlin, 24. XI. 1839.

2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

 650,00

An den Schriftsteller Ignaz Franz Castelli: "Schon vor mehreren Wochen sagte mir Carl Stein, daß er bei Stehely [Berliner Konditorei-Café, Anm.], im Conversationsblatte, einer Beilage der Frankfurter Zeitung, Deine Reiseberichte, u. in diesen einen sehr interessanten Artikel über mich u. mein häusliches Leben gelesen habe; ich wendete meinen Marsch sofort zu Stehely […] fand aber besagtes Blatt nicht, u. alle meine Mühe, dasselbe anderwärts aufzutreiben, war u. blieb vergeblich. Unlängst sitzen wir bei Tische, u. genießen froh u. fröhlich, was Mütterchen uns schmackhaft hat bereitet, als ein Schächtelchen mit Deinem Briefe v. M., durch Spieker übersendet, eintrifft. Unter lauter Jubel ward Essen und Trinken bei Seite gesetzt, u. Brief u. Schachtel geöffnet. Wärst du doch da gewesen, u. hättest das glückliche Kind gesehen. Beide Händchen ineinander geschlagen, die großen Augen auf die gesendeten Schätze geheftet, schrie es hell auflachend auf […]".

Nach rechtswissenschaftlichen Studien in Leipzig und Göttingen wurde Heun Privatsekretär des preuß. Staatsministers Heynitz und Assessor bei der westfälischen Bergwerks- und Hüttenadministration. Von 1801 bis 1810 war Heun Mitherausgeber der "Jenaischen Allgemeinen Literatur-Zeitung", betätigte sich als Buchhändler und verwaltete zugleich das Gut eines preuß. Adligen. Später im Dienst Hardenbergs wurde Heun 1813 Hofrat und leitete 1813/14 die Feldzeitung im preuß. Hauptquartier. Heun nahm am Wiener Kongreß teil, war 1815-19 preuß. Geschäftsträger in Sachsen und redigierte 1820-24 die "Allgemeine Preußische Staatszeitung".

Mit kleinem Ausriss durch Brieföffnung.

Art.-Nr.: BN#37132 Schlagwort: