Weis, Karl, Komponist (1862-1944). Eigenh. Brief mit U.

Prag-Smichow , 2. IV. 1915.

2 SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 250,00

“Dieser Tage ist mir der Ausschnitt aus der Berliner Musik zugeschickt worden, wo Sie so viel Schönes über den ‘Polnischen Juden’ sagen. Ich danke Ihnen hierfür herzlichst. Jedes gütige Wort der Anerkennung und Nachsicht ist für mich, der hier zurückgezogen lebt, eine wahre Wohltat. Ich werde mich nun bemühen, auch mit meiner neuen Oper, zu der ich ein wirkungsvolles Buch besitze, Ihre volle Zufriedenheit zu erringen [...]”.

Weises zweite Oper - nach dem gleichnamigen Schauspiel von Emil Erckmann (1822-1899) und Alexander Chatrian (1826 - 1890) von Victor Léon (1858-1940) und Richard Batka (1868-1922) bearbeitet - wurde hundert Jahre nach ihrer Uraufführung am 3. März 1901 mit einer Wiederaufnahme in der Prager Staatsoper gewürdigt. Weises Werk war seinerzeit nicht am Nationaltheater, sondern (als erstes Werk eines tschechischen Komponisten) auf der Bühne des Neuen deutschen Theaters - der heutigen Staatsoper Prag - aufgeführt worden, da das Nationaltheater es abgelehnt hatte, das Werk seines deutschsprachigen Librettos wegen anzunehmen. Nach der Uraufführung als Vaterlandsverräter gescholten, kam die Oper erst 1926 auf die Bühne des Nationaltheaters, die Metropolitan Opera hingegen führte sie 1921 als zweite tschechische Oper nach Smetanas ‘Verkaufter Braut’ auf. Zu Weis, der “mit seinem Schaffen der Blütezeit der tschechischen Romantik” angehört und 1934 in die Tschische Akademie aufgenommen wurde, vgl. MGG XIV, 422f.

Das unbeschriebene zweite Blatt entlang des unteren Mittelfalzes eingerissen.

Art.-Nr.: BN#3784 Schlagwort: