Troll-Borostyani, Irma von, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin (1849-1913). Eigenh. Postkarte m. U.

[Poststempel: Salzburg, 8. XI. 1892].

1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse verso.

 120,00

An Mina Högel (Malerin, 1849-1929): "Ihrem vor einiger Zeit geäusserten Wunsch entsprechend, beehre ich mich, Ihnen für die Bibliothek Ihres Vereins ein Exemplar meines neuesten Buches, des Romans ‚Aus der Tiefe', gleichzeitig mit diesen Zeilen […] zu übersenden. Möge das Buch sich bei Ihren Infoabenden einige Freunde erwerben […]".

Die Tochter eines höheren Staatsbeamten verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Musiklehrerin in Budapest, heiratete 1874 den Schriftsteller Nandor von Borostyani und trat seit 1877 als Vorkämpferin der modernen Frauenbewegung mit theoretischen und programmatischen Schriften hervor. 1878 erschien ihr Buch Mission unseres Jahrhunderts. Eine Studie über die Frauenfrage, dem u.a. ein Katechismus der Frauenbewegung (1903) folgte. T.-B. veröffentlichte auch Novellen (u.a. Die Schule des Lebens, 1905) und Romane (Aus der Tiefe, 2 Bde., 1892).

Mina Högel kopierte in den Wiener Galerien ältere Meister, malte Porträts, dann auch Genrebilder und Stilleben. Für ein Wildstilleben erhielt sie auf der Weltausst. Philadelphia 1876 eine Medaille. In der Folge wandte sie sich jedoch vornehmlich der Restaurierung alter Gemälde zu und erwarb sich auf diesem Gebiet, hochgeschätzt und gesucht von in- und ausländ. Sammlern und Kunsthändlern, einen ausgezeichneten Ruf. In der Smlg. Kainz entdeckte sie einen übermalten van Dyck. Um den Wiener Verein der Schriftstellerinnen erwarb sie sich in den neunziger Jahren als dessen Präs. und Begründerin des Pensionsfonds besondere Verdienste.

Art.-Nr.: BN#38292 Schlagwörter: ,