Rothschild, Albert Frh. von, Bankier (1844-1911). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 26. V. 1879.

2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo.

 240,00

An einen Generalsekretär: "Da Herr Generaldirector von Schüler unwohl ist, erlaube ich mir mich an Sie in folgender Angelegenheit zu wenden. In den Marmorbrüchen unweit Triest sind in den jüngsten Tagen, Marmorsäulen, mit der Adresse an Herrn Architekten Hugo Ernst verladen worden. Diese Sendungen sind für meinen Bau in der Heugasse bestimmt und ich würde Werth darauf legen, wenn dieselben ein wenig rascher als gewöhnlich hierher gelangen würden. Ich bitte Sie deshalb sich an die geeigneten maßgebenden Personen zu wenden und meinen Wunsch möglichst zu berücksichtigen […]".

Das Palais Albert Rothschild in der damaligen Heugasse 20-22 im 4. Wiener Gemeindebezirk wurde von 1879 bis 1884 nach Plänen des französischen Architekten Gabriel-Hippolyte Destailler errichtet und diente Albert Freiherr v. Rothschild (1844-1911), dem führenden Repräsentanten des Wiener Zweiges der Bankiersfamilie Rothschild, als Stadtpalais.

Albert Frh. von Rothschild, der Sohn Anselm Salomons und Bruder von Nathaniel Mayer Anselm von Rothschild, studierte an der Universität Bonn, erhielt eine kaufmännische Ausbildung in Hamburg und übernahm 1874, nach zahlreichen Auslandsaufenthalten, die Leitung des Bankhauses Salomon Mayer Rothschild in Wien. "Rothschild hatte Anteil an einer Reihe bedeutender staatlicher Finanzoperationen in Österreich-Ungarn. Als Dank für die Förderung der ungarischen Wirtschaft erreichte der ungarische Ministerpräsident für die Familie R.s bei Kaiser Franz Joseph I. die Hoffähigkeit. Privat beschäftigte sich R. mit seiner Kunstsammlung, der Photographie und dem Schachspiel. Kulturelle und soziale Einrichtungen förderte er mit großzügigen Spenden" (DBE).

Art.-Nr.: BN#39157 Schlagwort: