Schoenbein, Christian Friedrich, Chemiker und Physiker (1799-1868). Eigenh. Brief mit U.

Ort unleserlich, 15. I. 1848.

3 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

 1.500,00

An den Chemiker und Mineralogen Anton Schrötter von Kristelli: "Sie werden es gewiß durch die außerordentlichen Umstände, in denen wir uns hier zu Lande so lange befunden, zu entschuldigen wissen, wenn ich Ihnen heut erst meinen verbindlichsten Dank erstatte für die gütige Uebersendung Ihres so schäzbaren [sic] Lehrbuchs. Empfangen Sie zur gelungenen Arbeit meine besten Glückwünsche. Im Laufe des verflossenen Jahres beschäftigte ich mich wieder viel mit meinem Ozon u. gelang es mir eine Reihe neuer ziemlich ungewöhnlicher u. erst dem kleinen Theil nach bekan[n]t gemachte Thatsachen zu ermitteln, welche mich in meiner altväterischen Meinung über die Natur des Chlors noch mehr bestärkt haben u. mir die Ueberzeugung gaben, es werde der Chemiker früher oder später der Donyschen Ansicht wieder untreu werden. So schnell wird dies freilich nicht gehen, denn wenn die Menschen einmal in einen Vorstellungskreis sich verrannt u. Jahrzehnte lang darin sich herumbewegt haben, so wäre es zu viel gefordert, wenn wir von ihnen verlangten, daß sie sich plötzlich aus demselben in einen anderen versetzen sollen; indem es für den menschlichen Stolz ein wenig demüthigend ist, durch einen solchen Schritt anzuerkennen, daß man auf falschem Wege gewandert [...]".

Schoenbein setzte sich für die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse der Stadt Basel ein und wurde 1848 in den Grossen Rat, das Kantonsparlament, gewählt.

Art.-Nr.: BN#40366 Schlagwort: