Wolf, Adam, Historiker (1822-1883). Eigenh. Brief mit U.

Graz ["Burgring 12"], 30. III. 1879.

4 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo.

 150,00

Drückt seine Freude über die Interessen der Tochter der Adressatin aus, gibt Literaturempfehlungen ab und schildert eigene Familienereignisse: "[...] Wären wir in einer Stadt, würde ich mich Rosalin als Lehrer anbieten. Es gibt nichts schöneres als Rosen zu züchten. O wie begreife ich die Vorliebe für die romantische Dichtung. Das ist ein wundervoller glücklicher Traum, aber man kann nicht immer träumen. Ich notire auf dem Beiblatte einige historische und literargeschichtliche Werke. Ranke u. a. borgen Sie aus, statt anzuschaffen. Suchen Sie den Sinn Ros. für Biographien, Kunst und Musikgeschichte zu wecken. Sie möge sich statt an das Pathos immer mehr an das Natürliche, Einfache, Individuelle halten. Daraus quillt Leben und Poesie. [...] Meine liebe Frau hat voriges Jahr im Febr. eine Frühgeburt gemacht, das Kindchen erlosch wie das Licht der Armen. In den Ferien führte ich sie nach Kärnten, Tirol, und weil sie Bilder und das Meer sehen wollte, nach Oberitalien bis Florenz und Pisa. Den Winter haben wir stille verlebt - wird auch den Sommer über sein, denn wir erwarten im August abermals ein Familienereigniß [...]".

Nach seinem Studium in Prag promovierte Wolf 1846 an der Universität Wien und lehrte dort ab 1850 als Dozent für österreichische Geschichte. Später war er auch an der Hochschule Pest sowie an der Universität Graz tätig. Darüber hinaus war Wolf Erzieher der Töchter Erzherzog Albrechts.

Art.-Nr.: BN#40415 Schlagwort: