Gerlach, Ernst Ludwig von, Politiker, Publizist und Richter (1795-1877). Eigenh. Brief mit U.

Frankfurt, 26. XII. 1835.

1½ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief). Siegel.

 400,00

An "Herrn Kreisjusitzrath Strass" in Friedeberg: "Sende ich anbey, mit vielem Dank, das mir geliehene Buch zurück, und lege die in unseren Gesprächen erwähnte Göschelsche [?] Schrift bey, welche ich Sie bitte als ein Andenken von mir zu behalten. Es wird mich sehr freuen, mich, wenn Sie dieselbe gelesen, über den Inhalt mit Ihnen unterhalten zu können. Sie gedachten, als Sie hier waren, der kleinen Kinderschulen; aus dem beyliegenden Nachrichten können Sie das Nähere darüber entnehmen. Die unsirge, mit einem Lehrer und seiner Mutter besetzt, u. etwa auf 150 Kinder berechnet, ist in gutem Gange, u. kostet monatlich 20-25 ft., welche wir durch Subscription monatlicher Beyträge gedeckt haben. Ihrer Frau Gemahlin mich dankbarlichst empfehlend verbleibe ich [...]".

Gerlach wurde 1835 Vizepräsident des Oberlandesgerichts in Frankfurt (Oder), als Nachfolger seines verstorbenen Bruders Wilhelm. 1827 rief Gerlach, u. a. mit Hengstenberg und Tholuck, die "Evangelische Kirchenzeitung" ins Leben, die später im Vormärz eine tragende Rolle für die frühen Konservativen spielte.

Auschnitt durch Siegelöffnung. Siegel mit Wappen Gerlachs.

Art.-Nr.: BN#40715 Schlagwort: