Eulenburg, Philipp Fürst zu, Diplomat (1847-1921). 2 eigenh. Briefkarten mit U.

[Wien], 20. II. [1899] u. 19. VII. 1899.

(3+2=) 5 SS. auf 3 Bll. Qu.-8vo. Jeweils mit eh. adr. Kuvert.

 120,00

An den Musikverleger, Konzertagenten und kaiserlichen Rat Albert Gutmann (1851-1915).

I: "Ich stimme Ihnen zu, daß es besser mit Protektorat ist! Leider wurde es mir heute zu spät noch heran zu kommen, Podewils [d. i. der bayerische Diplomat Clemens von Podewils-Dürniz] ist meiner Ansicht, daß das glänzende Conzert seinen Erfolg haben wird. Um jedoch etwaige Einleitungen von Seite Forsters für eine Theatervorstellung zu inhibiren (denn Beides geht doch nicht gut zu machen) will er morgen Vormittag mit Frau Forster sprechen und bittet bis dahin mit der Propaganda zu zögern. Eventuell könnte wohl auch noch Frau Forster eine Nummer im Conzert bekommen [...]" (20. II. [1899]). Bei der erwähnten Frau Forster wird es sich um die Sopranistin Ellen Brandt-Forster gehandelt haben.

II: "Es war mir nicht in diesen Tagen möglich Sie zu sehen, Darf ich Sie bitten, morgen, Montag nach 4 Uhr zu kommen. Wir wollen dann über Ihre Vorschläge sprechen [...]" (19. VII. 1899).

Philipp zu Eulenburg war von 1894-1903 deutscher Botschafter in Wien. Neben seiner diplomatischen Tätigkeit hatte er Erfolg als Liedkomponist. Unfreiwillige Berühmtheit erlangte Eulenburg durch die journalistischen Angriffe Maximilian Hardens gegen Eulenburgs sogenannten "Liebenberger Kreis" um Kaiser Wilhelm II. Die "Harden-Eulenburg-Affäre" (1906-1909), in der homophobe Ressentiments politisch genutzt wurden, führte zu mehreren Rücktritten und Gerichtsprozessen.

Die Umschläge mit bedruckten Verschlussklappen "KAISERLICHE DEUTSCHE BOTSCHAFT WIEN".

Art.-Nr.: BN#40783 Schlagwort: