Mitterer, Erika, Lyrikerin, Erzählerin und Dramatikerin (1906-2001). Eigenh. Manuskript u. 5 eigenh. Briefe mit U.

Wien, 2. VIII. 1991-4. VII. 1993.

24½ SS. (Manuskript) u. 9½ SS. (Briefe). 4to. bzw. 8vo. Mit 5 (davon 4 eh.) Kuverts.

 1.200,00

An den Schriftsteller und Filmemacher Adolf Opel (geb. 1935), dem sie mitteilt, daß sie "gerne an einer solchen Filmdokumentation mitwirken [würde]" (Brief v. 2. VIII. 1991) und den sie darauf hinweist, daß das Deutsche Literaturarchiv ihr “Archiv” in Verwahrung habe, er aber jederzeit daselbst Einsicht nehmen könne (Durchschlag eines Briefes an das DLA beiliegend). Ein halbes Jahr später dankt sie herzlichst für Opels schönen Film: "[...] ich habe mich gefreut! Ich hab mich gern angeschaut [...] Auch der 'Aufbau' des Films gefällt mir gut [...] Daß mein zweiter 'großer' Roman 'Alle unsere Spiele' zu kurz gekommen ist, war gewiß mein Fehler [...] Das Wort 'Vergangenheitsbewältigung' kann man ja nicht mehr hören und noch weniger aussprechen und zu umschreiben, was gemeint ist, ist umständlich [...]" (Brief v. 2. I. 1992).

Weiters dankt die Autorin für einige Texte, die Opel verfaßt hat: "Um eine Ergänzung möchte ich ganz dringend bitten: ich halte nämlich meinen (letzten) Roman 'Alle unsere Spiele' 1977 für ebenso gut und ebenso wichtig wie das Jugendwerk [...] Als 'Korrektur' wünsche ich mir auch, daß 'Kardinal Mindszenty' nicht bei den 'nahestehenden' Persönlichkeiten genannt wird, - ich habe nie persönlich mit ihm gesprochen! - stattdessen aber Theodor Kramer [...] Zur Aufzählung der Orden gehört unbedingt das 'Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst', 1986, die höchste Auszeichnung des öster. Staates! Mindert es nicht die 'Seriosität' Ihrer Hinweise, wenn Sie behaupten, ich gelte 'als führende katholische Schriftstellerin im deutschen Sprachraum'?? Schön wär's! [...]" (Brief v. 30. VIII. 1992).

Das mit "Entwurf des statements zu Filmaufnahme. Der Fischer (?)" überschriebene, mit zahlreichen Bearbeitungsmerkmalen (Korrekturen, Streichungen u. a.) versehene Manuskript ist eine eindringliche Reflexion der 85jährigen Schriftstellerin über ihr Leben, über Begegnungen und Korrespondenz mit Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Klaus Mann, Theodor Kramer, Theodor Däubler u. a.

Der aus Wien stammende Adolf Opel war nach seiner Promotion als Journalist, Kulturpublizist, Kritiker und Regisseur tätig. 1966 schrieb er zusammen mit Georg Tressler (geb. 1917) das Drehbuch zu dessen "Weibsteufel" (nach dem gleichnamigen Theaterstück von Karl Schönherr). Der Schwerpunkt seines filmischen Schaffens liegt in der Auseinandersetzung mit Schriftstellern und Literaten wie H.C. Artmann, Franz Theodor Csokor, Albert Drach, Victor Frankl, Erika Mitterer, Hans Weigel, Simon Wiesenthal u. a. Als Herausgeber zeichnet er u. a. für die Edition der Werke von Adolf Loos verantwortlich; zu seinen eigenen Werken zählen neben Dramen (darunter "Durst vor dem Kampf", 1969) Arbeiten über Adolf Loos, Ingeborg Bachmann sowie Wanda und Leopold von Sacher-Masoch.

Beiliegend das Programm eines der Dichterin zu Ehren von der Österr. Ges. für Literatur gemeinsam mit dem P.E.N.-Club veranstalteten Symposions (17. und 18. September 2001).

Art.-Nr.: BN#4087 Schlagwort: