Lebrun, Charles-François, Staatsmann und Herzog von Piacenza (1739-1824). Schriftstück mit eigenh. U.

O. O., 23. VIII. 1792.

1½ SS. Folio.

 500,00

Ein Dekret, das Botschafter und ausländische Minister unter den Schutz des Völkerrechts stellt, ihnen völlige Freiheit gewährt und festhält, dass ihre Reisepässe sowie die ihrer Familienangehörigen, ihrer Begleitung und ihrer Bediensteten nach wie vor durch den Außenminister ausgestellt und von der Stadt Paris beglaubigt werden sollen, die die Verantwortung für die Akzeptanz derselben an den Grenzen trägt: "[...] L'Assemblée Nationale considerant que les Ambassadeurs et Ministres étrangers sont sous la protection immédiate du droit des gens, et qu'ils doivent jouir d'une parfaite liberté, Décrête qu'il y a Urgence [...] Les Passeports des Ambassadeurs et Ministres étrangers continueront à être expédiés par le Ministre des affaires étrangères et seront visés par la Municipalité de Paris [...] Les passeports des personnes de la famille, de la suite et du service des Ambassadeurs et Ministres étrangers, seront expédiés en la même forme [...] Il est enjoint à la Municiplaité de Paris de veiller à ce que les passeports [...] soient respectés aux Barrieres [...]".

Nach der Auflösung der Konstituante wurde Lebrun 1791 Präsident des Verwaltungsrats des Départements Seine-et-Oise, zog sich jedoch nach dem Tuileriensturm am 10. August 1792 auf das Land zurück, bevor er im September 1793 verhaftet und vorübergehend in Versailles eingesperrt wurde. Nach seiner neuerlichen Verhaftung 1794 entging er nur durch den kurz darauf stattfindenden Sturz Robespierres einer Hinrichtung und übernahm 1795 erneut die Präsidentschaft in Seine-et-Oise. Unter Napoleon Bonaparte wurde Lebrun dritter Konsul und im Jahr 1804 Erzschatzmeister des Reichs. Er war ein Jahr lang als Generalgouverneur in Genua tätig und bekam 1808 den Titel eines Herzogs von Piacenza durch Napoleon verliehen.

Art.-Nr.: BN#41190 Schlagwort: