Weber, Carl Maria von, Komponist (1786-1826). Eigenh. Brief mit U.

München, 18. VI. 1811.

1 S. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

 6.500,00

An die Redaktion der "Musikalischen Zeitung" in Leipzig: "Beyliegenden Auszug aus dem Briefe eines Freundes von Berlin, habe ich die Ehre Ihnen zur gütigen Aufnahme in die M. Z. zu übersenden. ich hoffe daß dieselben auch meinen Brief vom 30. April mit einem Aufsatz über H: Kapellers neue Flöte werden erhalten haben. / d. 13. Juni gab H. Kauffmann aus Dresden auf seinem neu erfundenen Harmonichord ein zahlreich besuchtes Concert im Redouten Saale. ein Adagio von Mozart von ihm gespielt gefiel nicht sehr, desto mehr der Monolog aus der Jungfrau von Orleans, mit der Begleitung des Harmonic: und declamirt von Mlle. Altmutter, einer jungen höchst talentvollen Künstlerin des hiesigen Hoftheaters. und ein Adagio und Rondo mit Begleitung des vollen Orchesters, welches ich ihm hier für sein Instrument geschrieben hatte, und welches wirklich enthusiastisch aufgenommen wurde. so wie auch ein neues Clarinett concert von meiner composition, höchst vollendet von H. Bärmann vorgetragen. H. Philipp Moralt spielte das schöne Violoncell Concert von Danzi aus D dur, mit Sicherheit, Gefühl und Leben. Gesang mußten wir leider in diesem concert entbehren, da alles krank geworden war […]".

Das von dem Uhrmacher und Musikinstrumentenbauer (Johann) Friedrich Kaufmann zusammen mit seinem Vater Johann Georg entwickelte Harmonichord war ein Klavier, dessen Saiten nicht durch Hammer, sondern durch indirekt übertragene Reibung in Vibration versetzt werden.

Mlle. Altmutter handelt es sich um die aus Innsbruck gebürtige Anna (auch Marianne) Altmutter.

Mit 2 unbedeutenden Einrissen in den Faltungen und einem kleinen Ausriss am unteren durch Öffnen der Verschlußmarke (keine Textberührung).

Veröffentlicht in: Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition, A040405 (Version 4.0.0 vom 20. Januar 2020).

Art.-Nr.: BN#42017 Schlagwort: