Hohenlohe-Schillingsfürst, Konstantin Prinz zu, Obersthofmeister und General (1828-1896). Eigenh. Brief mit U.

O. O., 21. VIII. 1885.

2 SS. Qu.-12mo.

 150,00

Im Vorfeld einer Veranstaltung mit dem bedeutenden Wiener Hornisten Josef Schantl verfasster Brief. Hohenlohe-Schillingsfürst legt dem nicht namentlich genannten Empfänger nahe, die beträchtliche Spieldauer Schantls zu reduzieren: "Sollten Sie finden, daß 4 Stunden Schantl zu viel sind zwischen dem Stück u. den Scenen der Welten, so bitte ich dieselben nach Ihrem Gutdünken zu reducieren bis auf zwei, u. es dann ganz so wie Sie es für gut finden, auf dem Zettel ersetzen zu lassen." Im Postskriptum nennt er seine Gründe und bittet den Empfänger um persönliche Intervention beim Hornisten: "Ich habe plötzlich Skrupel bekommen, dass Schantl zu viel spielt. Ich bitte noch mit Schantl selbst darüber zu sprechen".

Josef Schantl war Solohornist im Orchester der k. u. k. Hofoper und ab 1878 Mitglied der Hofmusikkapelle, außerdem leitete er ein Hornquartett. Beim sog. Makart-Festzug anlässlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares wurde er mit der musikalischen Gestaltung beauftragt und komponierte gleich 13 Fanfaren. Wegen seines großen Einsatzes für die Jagdmusik erhielt Schantl unzählige Einladungen aus dem Adel, um Jagdhornmusiken einzurichten und die Jägerhornisten auszubilden. Er gilt als Wiedererwecker der österreichischen Jagdmusik.

Der in Wildegg (Hessen) geborene Bruder von Chlodwig und Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst wurde 1859 Flügeladjutant des Kaisers Franz Josef. "1864 zum Oberst ernannt, wurde er 1866/67 Erster Obersthofmeister und suchte den ungarischen Anspruch auf Parität zu unterdrücken. Hohenlohe-Schillingsfürst stand im Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Lebens seiner Zeit in Wien, förderte die Ringstraßenbauten und die Praterregulierung ('Konstantinhügel') und bemühte sich um Kunst und Kultur" (DBE). Auf seinen Künstlergesellschaften häufig zu sehen waren u. a. Richard Wagner, Franz Liszt und Hans Makart.

Auf Briefpapier mit geprägtem Wappen des Prinzen. Mit vertikaler Knickspur.

Art.-Nr.: BN#42657 Schlagwörter: , ,