[Südamerika - Brasilien]. Brasilianische Urwaldszene mit Indianern.

O. O., [um 1820].

Beikolorierte lavierte Tuschzeichnung über Bleistift auf Papier (Wasserzeichen C & I Honig). Auf Trägerkarton montiert, ca. 515 x 405 mm (Blattmaß 555 x 430 mm).

 8.000,00

Wachgerufen durch die Forschungsreisen Alexander von Humboldts, die Heirat der Habsburgerin Maria Leopoldine von Österreich mit Dom Pedro, dem Kronprinzen von Portugal und späteren Kaiser von Brasilien, angeregt auch durch die meist von europäischen Adeligen finanzierten oder geleiteten Forschungsreisen nach Brasilien, wuchs im frühen 19. Jh. das Interesse für exotische Länder überhaupt und das für Südamerika im besonderen in nie dagewesenem Maße. Um die neuentdeckten und erstmals bereisten Landschaften, Städte und Kulturen dem europäischen Bürger nahe zu bringen, begleiteten oft Künstler diese Reisen: So fertigten etwa Thomas Ender oder Johann Moritz Rugendas unterwegs Skizzen und Vorarbeiten an, die sie später in Lithographien oder Kupferstichen zu Darstellungen der fernen Weltgegenden verwandten.

Das hier vorliegende Blatt, großenteils detailreich ausgeführt und ausgearbeitet, ist in einigen Teilen unfertig geblieben: Der Kaktus zur Linken ist nicht vollendet und nach oben hin nur umrissartig angedeutet; das Blätterdach des mächtigen Baumes im Zentrum kann man im Ausmaß nur an den wenigen feinen Bleistiftlinien ahnen. Gleichwohl ist die malerische Qualität herausragend; die Menschen und Pflanzen sind naturgetreu und bis in die kleinste Einzelheit ausgeführt, sodass eine Zuschreibung an einen Künstler wie Rugendas, der Südamerika von 1821 bis 1825 bereiste, gut vertretbar ist.

Etwas fleckig und gebräunt. Mit mehreren Einrissen, teils bis in die Darstellung reichend bzw. hinterlegt. Aus einer Wiener Privatsammlung.

Art.-Nr.: BN#47505 Schlagwörter: , ,