"Göthe hoffe ich auch in Jena zu treffen"

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich, Philosoph (1770-1831). Eigenh. Brief mit U. ("Hegel").

Heidelberg, 11. IX. 1818.

2¼ SS. auf Doppelblatt mit eh. Adresse verso (Faltbrief). 8vo.

 48.000,00

An den Buchhändler Friedrich Frommann in Jena über seinen "Reiseplan nach Berlin" anlässlich seiner Berufung an die Berliner Universität. Hegel wollte, von Heidelberg kommend, in Jena Station machen, um die alten Freunde wiederzusehen: "Meinen Reiseplan nach Berlin habe ich von Anfang so genommen, daß ich Sie, lieber Freund, und die lieben Ihrigen wieder sehe; - Ihre freundliche Einladung bey Ihnen - mit Maus und Mann, wie noch Mde. Bohn schreibt, abzusteigen, ist uns durch diese mehreremahle wiederhohlt worden, daß ich es mir selbst übelnehmen müßte, wenn ich diese herzliche Einladung nicht annähme, und mir es so erschwerte, etliche trauliche Tage bey Ihnen zuzubringen. Aber Sie haben sich u. am meisten der Frau damit einen großen Brast auf den Hals geladen; ich komme mit Frau u. 2 Kindern (außer Ludwig, den Mde. Bohn übernehmen will) u. der Magd. Richten Sie aber alles ohne Gene ein, ein Theil kann im Wirthhaus bleiben. Donnerstags, wahrscheinlich aber Freytags, den 18ten, werde ich von hier abgehen, u. dächte Dienstag den 22ten bey Ihnen einzutreffen; es kann aber auch Mittwoch daraus werden; fest läßt sich unsere Abreise noch nicht bestimmen. Alle übrige mündlich - Göthe hoffe ich auch in Jena zu treffen; auf 2 Tage bey Ihnen zu liegen ist unsere Rechnung; indeß ein hertzliches Lebewohl, u. Grüße von uns an alle Ihrigen / Ihr / Hegel".

In Goethes Tagebuch werden am 23. September 1818 als Besucher genannt: "Prof. Hegel und Frau, von Heidelberg nach Berlin gehend." Madame Bohn war Frommanns Schwägerin, in deren Jenaer Knabeninstitut Hegels unehelicher Sohn Ludwig (bis 1817) erzogen wurde.

Mit Empfängernotiz verso. Sehr schön erhalten.

Nicht bei Hoffmeister gedruckt.

Art.-Nr.: BN#47852 Schlagwörter: , ,