Podesta, Johann Baptist. Prodromus novi linguarum orientalium collegii: jussu, augustißimi, potentißimi ac invictißimi Romanorum Imperatoris Leopoldi Primi, Germaniae, Hungariae, Bohemiaeque regis &c. Archiducis Austriae erigendi, in antiquissima ac celeberrima Universitate Viennensi, post ferias Autumnales.

Wien, Leopold Voigt, (1674).

(56) SS. Mit Schlussvignette in Holzschnitt. Marmorierter Papierheftstreifen am Rücken. 4to.

Auf Anfrage

Gründungsdokument zum 1674 eingerichteten Collegium orientalischer Sprachen an der Universität Wien, wo - wie in den meisten katholischen Ländern - die Arabistik lange vernachlässigt worden war. Der sprachbegabte Podesta (1625-88) aus Fasano am Gardasee war zum ersten Wiener Professor für orientalische Sprachen berufen worden. "Er hatte 1673 in Rom bei Maracci Arabisch getrieben, sprach gut Türkisch und wußte wie Meninski, daß zum Verständnis der türkischen Amtssprache die Kenntnis des Arabischen und Persischen unerläßlich ist" (Fück, 93). Erst 1754 sollte die Orientalische Akademie gegründet werden.

Einige arabische Einsprengsel sowie einige Zeilen arabische bzw. persische Proben im Text, anscheinend von Holzstöcken gedruckt, während die betreffenden Stellen im Exemplar der österreichischen Nationalbibliothek handschriftlich sind (vgl. Mayer). Gutes, unbedeutend gebräuntes Exemplar. Sehr selten; international nur drei Exemplare in Bibliotheken nachweisbar (ÖNB; British Library; UB Augsburg).

Weiss 1839, 26f. Mayer I, 298, 1921. OCLC 630185768.

Art.-Nr.: BN#49796