Beyschlag, Willibald, Theologe (1823-1900). 4 eigenh. Briefe mit U.

Halle und Frankfurt, 25. X. 1848, 5. V. 1874, 2. V. 1875 und 23. X. 1876.

(2¼+2¾+2+2¼ =) 9¼ SS. auf 4 Doppelbll. 8vo und 4to. Ein Brief mit eh. Adresse verso (Faltbrief).

 280,00

I. An den Kirchenrat Wilhelm zu Wiesbaden mit der Bewerbung um eine Stelle mit dargelegtem Werdegang (25. X. 1848): "Eine baldige und bleibende Beschäftigung im Schulfach wäre ohne Zweifel bei längerem Verweilen in meiner Vaterstadt für mich zu erlangen, aber auf ein Pfarramt liegen meine Aussichten in sehr weiter Ferne, da ich der jüngste in einer unverhältnißmäßig großen Reihe von Candidaten bin [...]". Mit Siegelrest.

II. An eine Freundin (5. V. 1874) mit Betonung der schönen Erinnerungen an die Schulzeit in Trier und lieben Grüßen an deren Ehegatten: "Dabei gedenke ich der kleinen Göthereliquien, die wir mit einander betrachteten. Ich möchte ihrer Entstehung wohl etwas nachgehen und sie der Vergessenheit zu entreißen helfen. Aber es ist wohl ein etwas unbequemes & unbehülfliches Ding das Blatt unter Glas und Rahmen zu verschicken. Wenn es sich ohne Mühe und Beschädigung aus demselben herausnehmen ließe, so würde ich bitten es mir auf kurze Zeit anzuvertrauen. Wenn anders, so sind Sie vielleicht so freundlich mir einstweilen den Vers sammt Datum nur abzuschreiben & die Nicolorius'schen Reflexionen dazu zu senden [...]".

III. An einen Herrn Oberprokurator (2. V. 1875) über Mutmaßungen zum Goetheblatt, dessen Rücksendung und mit der Bitte, die eigenen Notizen dazu an einen Spezialisten weiterzugeben: "Gewiß hat die Erklärung, die Hr. Landgerichtsrath Mathieus aufstellte viel für sich, daß es nämlich das Blatt sei, welches Hermann Grimm im Zimmer der greisen Marianne von Willemer, der Suleika des west-östl. Diwan, gesehen hat und im Bd. XXIV der Preuß. Jahrbücher Heft I S. 4 mit den Worten beschrieb 'Da hing dicht neben der Eingangsthüre, groß eingerahmt, ein prachtvolles Blatt: ein Gedicht von Göthe's Hand in sorgfältiger lateinischer Schrift, ein voller Rand aus bunt & goldgemalten Arabesken darum. Ich weiß nicht, was daraus geworden ist'. Aber damit ist das Rätsel des Blattes doch noch nicht gelöst. Dasselbe trägt das Datum Berke [d. i. Bad Berka] d. 8. Juni 1814 [...]".

IV. An die Trierer Freundin mit Anteilnahme am Tod Ihres Vaters (23. X. 1876).

Mit Spuren alter Montage, beiliegend zwei Zeitungsausschnitte.

Art.-Nr.: BN#51380 Schlagwörter: ,