Curie, Marie, Physikerin und zweifache Nobelpreisträgerin (1867-1934). Eigenh. Brief mit U. ("M. Curie").

Paris, 3. II. 1914.

2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 12.000,00

An eine Lehrerin ihrer damals zehn Jahre alten Tochter Ève, der sie mitteilt, wie froh sie sei, dass sie sich auf deren Deutschunterricht nun verlassen könne. Einige Schwierigkeiten hätten sich vermeiden lassen, wenn sie (Marie) früher gewarnt worden wäre.

Mit dem im Brief erwähnten Paul Langevin, einem Schüler ihres 1906 verstorbenen Ehemanns Pierre, hatte Marie Curie wohl spätestens seit Mitte Juli 1910 eine Liebesbeziehung unterhalten; dessen Frau hatte sich gar zu Morddrohungen gegen sie verstiegen (Quinn, S. 317), es dann aber dabei bewenden lassen, ihren Ehemann wegen "Verkehrs mit einer Konkubine in der ehelichen Wohnung" zu verklagen (ebd., S. 374): "Ich bin froh zu wissen, dass ich mich auf Eves Deutschunterricht verlassen kann. Ich bin sicher, dieses Kind wird jetzt besser arbeiten, weil sie es mir versprochen hat. Es tut mir leid, dass Sie Schwierigkeiten mit ihr hatten, die leicht hätten vermieden werden können, wenn ich gewarnt worden wäre. [...] Ich verstehe sehr gut, wie schwierig Ihre Situation manchmal ist, und ich verstehe auch, dass Sie darunter leiden, dass Sie sich keine Meinung über das bilden können, was Sie manchmal hören. Was Ihnen etwas Gutes tun kann, ist zu wissen, dass Sie eine nützliche Arbeit leisten, indem Sie sich mit Zuneigung und Hingabe um die Kinder kümmern, die Ihnen anvertraut sind. Herr Langevin weiß es zu schätzen, was er Ihnen in dieser Hinsicht schuldet. Indem Sie ihm in seinem schwierigen Leben geholfen haben, haben Sie es ihm ermöglicht, seine Arbeit regelmäßig zu organisieren und ein wenig Ruhe zu Hause zu haben [...]" (Übers. a. d. Frz.).

Das Gegenblatt verso etwas fleckig, sonst in sehr gutem und sauberen Zustand.

Vgl. Susan Quinn, Marie Curie. Eine Biographie (Frankfurt a. M. 1999).

Art.-Nr.: BN#52768 Schlagwörter: ,