Freud, Sigmund, Mediziner und Begründer der Psychoanalyse (1856-1939). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 3. XI. 1932.

1½ SS. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert.

 9.000,00

An Hans Robicsek über dessen Buch "Sprache, Mensch und Mythos. Einführung in die Differentialanalyse der Sprache", das eben im Verlag Deuticke erschienen war: "Ich habe Ihr interessantes Buch sehr bald nach seinem Erscheinen gelesen. Wiewol ich weiß, daß es auf das Urteil eines Einzelnen nicht ankommt, trage ich kein Bedenken Ihnen meinen Eindruck mitzutheilen. Ich fand es durchaus geistreich, stellenweise packend, im Ganzen aber nicht überzeugend und unannehmbar. Als einen Mangel betrachte ich, daß Sie es nicht unternehmen, die Einwendungen, die sich beim Leser dagegen erheben müßen, kritisch zu würdigen. Der Ton von Sicherheit, ja von Begeisterung, den Ihre Darstellung athmet, wirkt nicht einnehmend. Mein Urteil wird, wie ich zugestehen muß, durch die Unvollkommenheit meiner Detailkenntniße auf diesem Gebiet, recht entwertet […]".

Der über einige Ecken mit Hermann Bahr verwandte Hans Robicsek (dessen Urgroßvater, der Zahnarzt Salomo Robicsek, war mit der Halbschwester von Bahrs Vater verheiratet) promovierte 1920 zum Doktor der Medizin und emigrierte 1939 in die USA, wo er 1951 im Alter von 58 Jahren verstarb.

Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.

Art.-Nr.: BN#52879 Schlagwörter: , ,