[Album amicorum]. Freundschaftsalbum der Sophie von Holbein.

Prag, Kremsier (Kromeríz), Wien und o. O., 1809-1835 und o. D.

Zus. 75 Einträge, davon 31 mit zus. 18 meist ganzseitigen Gouachen und Aquarellen bzw. Öl auf Leinwand sowie Feder- und Bleistiftzeichnungen, 2 kol. Kupferstichen, 1 mont. Notenblatt und ca. 10 teils montierten Vignetten in verschiedenen Techniken. Allseitiger Goldschnitt. Lose zwischen goldgepr. Deckeln eines zeitgenöss. goldgepr. Lederalbums, am Vorderdeckel monogrammiert "R. v. K.". In zeitgenöss. Lederschuber. Qu.-8vo.

 950,00

Schönes, durch zahlreiche Illustrationen in kräftigen Farben ausgezeichnetes Freundschaftsalbum einer böhmischen Adeligen.

Sophie von Holbein stammte aus dem Geschlecht der Kriegern v. Maißdorf, wie eine beiliegende Entwurfszeichnung in Bleistift für ein Epitaph ihres Gatten, des Gubernialrats und Bancal-Administrators Josef von Holbein (1745-1828), verrät. Unter den Beiträgern finden sich die Ordensdame Vinzenzia Lichtenberg, Graf Maximilian von Wallis (1798-1864), Abgeordneter im Böhmischen Landtag, Sophies Ziehvater Anton und ihre Mutter Katharina, eine geborene von Krippenstein, sowie ihr Ehemann, ihre Schwester Gabriele und weitere Verwandte. Ferner enhalten sind Beiträge von Damen aus den Geschlechtern von Kaschnitz, von Königsbrunn, von Lichtenberg, von Löwenfeld, Troyer oder Podstatzky, meist undatiert.

Zehn mit 1809 bzw. 1810 datierte Einträge stammen aus dem ostmährischen Kremsier, wohl dem Herkunftsort der Eignerin. Die Ortsangabe Prag findet sich bei 13 der Einträge aus den Jahren 1810 oder später. Der einzige Beitrag aus Wien stammt von Joseph von Weigl, datiert 19. XII. 1816.

Beiliegend ein eh. Brief mit U. von Rudolf, wohl eines Nachkommen der Sophie von Holbein, an seinen Onkel mit Glückwünschen zum Namenstag, und über einen Unfall im Wiener Prater, bei dem das Pferd des Fürsten Carl Lichtenstein durchging, derselbe sich einen Arm brach und "viele niedergeritten und dadurch tödlich verletzt" wurden (Wien, 11. IV. 1852). Mit einer Bleistiftzeichnung des Fürsten zu Pferd.

Einbandrücken fehlt, Lederdeckel und -schuber etwas berieben. Einzelne Blätter etwas fleckig.

Art.-Nr.: BN#54076 Schlagwörter: , ,