Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897). Eigenh. Brief mit U. ("Joh.").

[Wien, 30. I. 1896].

3 SS. Kl. 8vo.

 9.500,00

An seinen Verleger Fritz Simrock in Berlin: "Na, lieber Fritz, wie recht habe ich, Deinen Zettel argwöhnisch zu betrachten u. ungern zu unterzeichnen! Natürlich hatte ich den - Irrthum gemerkt, wollte nur der einen Mille wegen keinen Spektakel machen, den heutigen noch kleineren merke ich nur an, erwarte aber keinen Schadenersatz.

Bruhns aus Lübeck schickt mir die bei Dir erschienenen 2 Cl.-Canons u. nebenbei 50 Clavierstücke zu oder über 50 Etüden von Czerny die er mir widmen will!!! u. !!! natürlich vorher gelobt haben! Kann man nun auf so was grob, fein oder überhaupt antworten!? Und ich that es eben, ganz artig. Aber 'so was' kommt jeden Tag, man kann sichs nicht arg genug vorstellen. Mühlfeld bitte schön zu grüßen - hast Du nicht auch die folgenden Nächte für Bettwärmer gesorgt?! Falls Du die Billrothschen Briefe noch nicht hast, warte die 2te Ausgabe ab, in der auch die Briefe an Lübke kommen [...]".

Der genannte Ludwig Bruhns war ein Nachfahre des alten Buxtehude-Schülers Nikolaus Bruhns. Die "Briefe von Theodor Billroth", herausgegeben von Georg Fischer, waren zuerst 1895 erschienen; 1896 kamen die 2. und die 3. vermehrte Auflage heraus. Der Klarinettist Richard Mühlfeld galt Brahms als der "beste Meister seines Instruments", für den er auch mehrere Stücke komponierte.

Mit einem winzigen Einriss im Mittelfalz, sonst tadellos. Die Datierung nach einem wohl von Simrock stammenden Eingangsvermerk.

Kalbeck Nr. 905.

Art.-Nr.: BN#54718 Schlagwort: