Hebbel, Friedrich, Schriftsteller (1813-1863). Eigenh. Brief mit U. ("Dr Fr. Hebbel").

O. O., 27. X. 1857.

1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. adr. Kuvert.

 4.200,00

An Schlosshauptmann Josef Lang (gest. 1862) in Gmunden, der einen Entwurf zu einem geplanten Hausbau angefertigt hatte: "Meine Frau [d. i. die Schauspielerin Christine Hebbel-Enghausen] ist von ihrer Probe so erschöpft nach Hause gekommen, daß sie sich absolut Ruhe gönnen muß; ich selbst kann mich nicht auf eine Stunde frei machen, denn jetzt ist meine Arbeitszeit. Ohnehin muß ich unsere persönliche Anwesenheit für gänzlich überflüssig halten; ich fasse meine Entschlüsse langsam, um sie nicht wieder zurücknehmen zu dürfen, und in dieser Angelegenheit steht es unwiderruflich fest. Ich habe es ja vom Schmidt und vom Rischler, wie Sie wissen, schriftlich in Händen, daß sie um die bedungenen Preise nicht arbeiten wollen, was hilft mir da der Maurer allein? Der Plan ist beanstandet, der Beaufsichtiger Holzinger tritt zurück [...] Gebunden war ich nur bei einem Anschlag von 2000 fl, freiwillig legte ich 500 fl hinzu, man war noch nicht zufrieden und nun will ich nicht mehr [...]". Friedrich und Christine Hebbel hatten 1855 ein Landhaus in Orth bei Gmunden am Traunsee erworben, wo sie fortan die Sommermonate verbrachten.

Auf Briefpapier mit gepr. Monogrammvignette; etwas knittrig und mit kleinen Läsuren am oberen Rand. Das Kuvert mit rotem Lacksiegel.

Art.-Nr.: BN#55301 Schlagwort: