Reinhardt, Delia, Sängerin (1892-1974). Eigenhändige Sentenz, in eh. Brief, mit U.

Charlottenburg, 7. IX. 1928.

3 SS. auf 2 Bll. 4to (175:223 mm). Jedes Blatt montiert auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

 350,00

"Sie nehmen mein Schweigen nicht an. Ich selbst fühle mich nicht berufen, auf eine so wichtige Frage öffentlich zu antworten. Erlauben Sie mir deshalb Nachfolgendes, aus: 'Gespräche mit Goethe' von Eckermann, anzuführen: 'Ich dächte, jeder müsse bei sich selbst anfangen und zunächst sein eigenes Glück machen, voraus dann zuletzt das Glück des Ganzen unfehlbar entstehen wird. Wenn jeder nur als einzelner seine Pflicht tut und jeder nur in dem Kreise seines nächsten Berufs brav und tüchtig ist, so wird es um das Wohl des Ganzen gut stehen [...]'". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Die Sentenz bei der Veröffentlichung in Druckschrift wiedergegeben.

Delia Reinhardt hatte an der Metropolitan Opera in New York debütiert, war 1924-1935 im Ensemble der Berliner Staatsoper tätig und gab 1929 bei der Wiedereröffnungsvorstellung die "Pamina" in der Zauberflöte in Anwesenheit des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.

Koslowsky 216.

Art.-Nr.: BN#55537 Schlagwörter: ,