Toller, Ernst, Schriftsteller, Dramatiker und Politiker (1893-1939). Eigenhändige Sentenz mit U., eh. ausgefüllter Formularteil mit Namenszug und eh. Brief mit U.

Berlin-Grunewald, [4. X. 1928].

2 SS. auf 2 Bll. Folio (219:280 mm). Davon ein Blatt mit dem montierten Abriss eines Albumblatts mit gedruckter Bordüre, gedr. Fußzeile "Beitrag zum Selbstschriftenalbum 'Deutschlands Zukunft'" und gedr. Formularteil für biograph. Daten, aufgezogen auf einen Bogen Pergamentpapier (ca. 330:344 mm).

 650,00

"Ich glaube, daß die herrschenden Köpfe Deutschlands nichts mit seiner Zukunft gemein haben, daß ihr Pathos einer Zeit angehört, die schon heute Vergangenheit ist [...]". Geschrieben als Beitrag für die von Friedrich Koslowsky im Berliner Eigenbrödler-Verlag herausgegebene Faksimile-Anthologie "Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft" (1928). Der Brief an die Redaktion der Anthologie: "Das Photo bekommen Sie beim Photographen Binder, Kurfürstendamm [...]" (4. X. 1928).

Aufgrund der führenden Stellung Ernst Tollers in der Münchner Räterepublik nach russischem und ungarischem Vorbild wurde Toller nach Niederschlagung derselben des Hochverrats angeklagt. Durch die Zeugenaussage des Soziologen Max Weber konnte er der Todesstrafe entgehen und verfasste in der Haft mehrere Dramen wie z. B. "Masse Mensch" (1919), "Die Maschinenstürmer" (1921) und "Hinkemann" (1922). Der Anklang und die großen Erfolge, die Tollers Dramen während der Weimarer Republik auf den deutschen Bühnen erfuhren, erwirkten sogar eine Begnadigung, die Toller jedoch ausschlug.

Der Brief mit leichter Rostspur einer Büroklammer.

Koslowsky 268.

Art.-Nr.: BN#55646 Schlagwort: