[Medizinische Handschriften]. Aufzeichnungen der Alfhausener Ärztefamilie Eymann.

Göttingen und Alfhausen, 1833-1883.

11 Bände. Deutsche und lateinische Manuskripte auf Papier. Zusammen ca. 2800 SS. Papp- und Halblederbände der Zeit. Teilweise mit Rückenschildchen; Rot- und Gelbschnitt.

 2.800,00

Die vorliegende Manuskriptsammlung reicht zurück in die Studienzeit des Joseph Eymann (1812 - nach 1872), wahrscheinlich in Göttingen. Das älteste Objekt ist die auf 1833 datierte Abschrift der "Ars obstetricia" eines Dr. Heine. Ungefähr zu dieser Zeit dürfte auch die Abschrift von Friedrich Benjamin Osianders "Lehrbuch der Hebammenkunst" (Göttingen, 1796) entstanden sein: In eigenen Anmerkungen zur Thematik am Ende des Bandes zitiert Joseph Eymann wissenschaftliche Artikel der Jahre 1832-38. Es ist anzunehmen, dass auch die Abschrift des dritten Bandes von August Gottlieb Richters berühmter siebenbändiger "Wundarzneykunst" zu den "Krankheiten der Augen" (Wien, 1790) aus Eymanns Studienzeit stammt.

Spätestens ab 1838 praktizierte Joseph Eymann als Landarzt in Alfhausen bei Osnabrück. In diesem Jahr begann er ein "Liber Testimoniorum medicinalum" mit Fallbeschreibungen seiner Patienten. Die Notizen auf 42 teilweise paginierten Seiten reichen bis in das Jahr 1854. Schon am 1. Januar 1843 legte Eymann ein neues "Diarium medicinale" mit 391 paginierten Seiten an, gefolgt von einem Personen- und Krankheitsregister. Im folgenden Jahr begann Eymann ein weiteres medizinisches Tagebuch. Die Eintragungen enden auf S. 169 am 18. September 1844. Auf SS. 280-282 folgt die Abschrift eines Artikels aus Johann Ludwig Caspers "Wochenschrift für die gesammte Heilkunde" 14 (1845), der die "Neue Behandlung des übermäßigen Monatsflusses" aus Johann Heinrich Kopps "Denkwürdigkeiten" kommentiert. Ein 1841 angelegtes Notizheft mit Einträgen bis 1872 kann in einen wirtschaftlichen und einen poetischen Teil mit Gedicht- und Textabschriften unterteilt werden.

Der zweite Teil der Manuskriptsammlung ist auf den Arzt Ludwig Eymann (1841-91), sehr wahrscheinlich Joseph Eymanns Sohn, zurückzuführen. In seiner Göttinger Studienzeit kopierte Eymann zwei chirurgische Lehrbücher von Wilhelm Baum (1799-1883); eine der Abschriften ist auf den 14. November 1867 datiert. Ludwig Eymann hat die Praxis seines Vaters wohl im Laufe der 1870er Jahre übernommen; ein Patientenregister von Alfhausen, das ihm zugeschrieben werden kann, ist auf 1882 datiert. Am inneren Vorderdeckel dieses Bandes findet sich auch eine Notiz Eymanns zum Tod seiner Frau Auguste Schulte am 7. November 1882 im Alter von 33 Jahren. Auguste Schulte ist auch die undatierte Abschrift einer Ästhetik in 19 Paragraphen gewidmet, die wohl ebenfalls von Ludwig Eymann angefertigt wurde.

Einbände beschabt und bestoßen; ein Band mit gebrochenem Rücken, einer mit teilweise abgelöstem Rückenbezug. Die Manuskripte teilweise minimal angeschmutzt, doch durchgehend in gutem Zustand.

Art.-Nr.: BN#58423 Schlagwörter: ,