Feuchtersleben, Ernst von, Schriftsteller und Mediziner (1806-1849). Eigenh. Brief mit U.

[Wien], 27. III. 1948.

1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse. Beiliegend eine von Feuchtersleben eh. unterzeichnete Quittung an Vivenot über den Betrag von 20 Gulden.

 500,00

An den Mediziner Rudolf Rt. von Vivenot (1807-1884): „Ueberbringer dieses, Dr. Streibig, Fakultäts-Mitglied, sieht sich in der traurigen Lage, vor seiner Abreise von hier, bei seinen Collegen Unterstützung erflehn zu müssen. Er hofft durch seine Verwendung bei Bar[on] Rothschild vielleicht Gehör zu finden [...]“.

Feuchtersleben eröffnete nach seiner Promotion eine Privatpraxis in der Wiener Vorstadt, verkehrte in den intellektuellen Zirkeln der Stadt und pflegte u. a. Umgang mit Grillparzer, Schubert, Stifter und Hebbel. Seit 1840 Sekretär der "Gesellschaft der Ärzte", wurde er 1844 Professor der Psychiatrie an der Universität Wien. Als Dekan der Medizinischen Fakultät und später als Vizerektor der medizinisch-chirurgischen Studien reorganisierte er die akademische Medizinerausbildung. Während der Revolutionszeit 1848 nahm er ein Amt als Staatssekretär im Unterrichtsministerium an, legte es jedoch nach den blutigen Oktober-Unruhen nieder; seine Rückkehr an die Universität aber wurde hintertrieben.

Rudolf Rt. von Vivenot gründete 1848 den "Konstitutionell-monarchistischen Verein"; als sich die angestrebte Gründung einer patriotischen Partei nicht verwirklichen ließ, zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Seit 1868 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, wurde er 1872 Vorsitzender des Komitees zur Gründung des Sophienspitals in Wien; daneben war Vivenot Direktor des Unterstützungsvereins für Witwen und Waisen des medizinischen Doktor-Collegiums.

Die Quittung vermerkt den von Vivenot ordnungsgemäß an die k. k. Gesellschaft der Ärzte abgeführten Mitgliedsbeitrag (Wien, 24. III. 1843. 1 S. Qu.-8vo. Mit größerem Einr. im Längsfalz).

In altem Sammlungsumschlag.

Art.-Nr.: BN#9504 Schlagwörter: , ,