Retzer, Joseph Friedrich Frh. von, Schriftsteller (1754-1824). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 15. IX. 1817.

2 SS. 8vo.

 250.00

An Hrn. Schmidt: "Sie müssen mir es verzeihen, daß ich mich da Hr. Haye [...] in seinem Briefe keine Adresse angiebt [!] mit meiner Antwort mit der Bitte an Sie wende, mitfolgende Aeusserung seines Curators Dris Hornecker ihm mit dem Beysatze zu übergeben: daß ich mich mit Horneckers Aeusserung nicht begnügt habe, sondern auch durch den Vicebürgermeister [...] nur die Veranlassung getroffen, daß die Diamanten nicht licitando verkauft sondern in natura zurückgegeben werden sollen [...]".

Retzer war seit 1782 Hofkonzipist und wurde - nach der Veröffentlichung seines Gedichts "Auf die verstorbene Kaiserinn, Beschützerinn der Wissenschaften" - mit dem Amt des Bücherzensors betraut. 1801 wurde ihm die Zensur historisch-politischer Bücher, 1819 das Zensorenamt vollständig entzogen. Seit 1782 Mitglied und später Meister der Loge "Zur wahren Eintracht", förderte er als Zensor aufklärerisches Schrifttum, war Mitarbeiter der Zeitschrift "Literarische Monate", später des "Wiener Musenalmanachs" und veröffentlichte Gedichte u. a. im "Teutschen Merkur" und im "Deutschen Museum". Auch pflegte Retzer eine umfangreiche Korrespondenz mit Gelehrten und Dichtern, darunter jahrzehntelang mit Friedrich Nicolai, übersetzte aus dem Lateinischen und Französischen und machte sich als Herausgeber deutscher und fremdsprachiger Werke verdient.

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