[China]. Chinesisches Ahnenportrait.

China, um 1880.

Papier, Seide bemalt. 166:100 cm. Alt auf Leinen aufkaschiert.

 7,500.00

Farbenprächtige Darstellung eines älteren Beamtenpaars der späten Qing-Dynastie in Zeremonialgewändern. Die Hutzier des Mannes, anscheinend ein Silberfasan, weist auf den (hohen) fünften Rand in der chinesischen Zivilbeamtenhierarchie hin. Beide thronen in streng repräsentativer Frontalität - der Mann auf Tigerfell - unter einem weit gerafften Vorhang. Die realistisch durchgeformten, ungewöhnlich kleinen Köpfe und die flächig-dekorativ ausgestalteten Körper erscheinen vor ungestaltetem Grund, um die Wirkung voll auf die Dargestellten zu konzentrieren, während sich der ganze Reichtum chinesischer Dekorationskunst im unteren Bereich entfaltet, wo ein Fliesenboden mit ornamentalen und figürlichen Motiven (Blumen, Früchte, Tiere) eine breite abschließende Bordüre bildet. Die reiche Bildsymbolik (u. a. Lotosblüten, Fledermäuse, Kraniche, Granatäpfel) verweist auf Glück, langes Leben, Fruchtbarkeit usw.

Ahnenporträts waren wichtige Objekte der Verehrung im Rahmen des chinesischen Ahnenkults. "Die farbenprächtigen, aufwändig gestalteten Ganzkörperporträts [...] wurden anlässlich der Neujahrsfestlichkeiten hervorgeholt und [...] in der Empfangshalle des Hauses aufgehängt [...] Auf diese Weise wurden die Ahnen zurück ins Haus eingeladen und auch wieder verabschiedet" (Noda, S. 192).

Überstehende Leinwandränder mit Läsuren; stellenweise unbedeutend knittrig. Eine Stelle mit winziger Farbabplatzung. Eingerollt.

Vgl. Noda, Renate. Grab- & Ahnenkult. In: Gold und Jade. Sensationsfunde aus chinesischen Herrschergräbern. Kat. Kunsthalle Leoben, 2007, Kat. Nr. 156f.

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