Lehmann, Lilli, Sopranistin (1848-1929). Eigenh. Brief mit U. ("Lilli Lehmann Kalisch").

Wien, 21. I. 1905.

1 S. 4to.

 100.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich hatte geglaubt, daß Sie im Namen der Intendanz des Budapester Hoftheaters an mich geschrieben haben, ich sehe aber eben, daß Sie auf Ihrem Briefbogen sich als Theater + Conzertagenten anzeigen + bedaure Ihnen sagen zu müssen, daß ich niemals mit Agenten arbeite, sondern stets direkt mit den Directoren + Intendanten in Verbindung stehe [...]".

Zunächst als Koloratursopran eingesetzt, sang die Tochter der Sängerin und Harfenistin Maria Theresia Lehmann-Löw bald auch dramatische Partien, 1876 auf Wunsch Richard Wagners bei der Uraufführung des "Rings des Nibelungen" die Woglinde, Helmwige und die Stimme des Waldvogels. "1885 folgte sie einer Einladung der Metropolitan Opera in New York, wo sie als überragende Interpretin deutscher und italienischer Opernpartien gefeiert wurde" (DBE). 1888 ehelichte sie den Tenor Paul Kalisch, kehrte drei Jahre darauf nach Deutschland zurück und gehörte später wieder dem Ensemble der Berliner Hofoper an. Sie gilt als "eine der bedeutendsten Wagner- und Mozartinterpretinnen der Zeit" (ebd.), schrieb gesangspädagogische Werke, eine Autobiographie und regte die Salzburger Mozart-Feste der Jahre 1901-10 an, bei denen sie als Sängerin auftrat und Regie führte.

Im linken Rand gelocht (minimale Buchstabenberührung) und dort alt hinterlegt; etwas knittrig und gebräunt.

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