Windisch-Graetz, Alfred I., Militär (1787-1862). Eigenh. Brief mit U.

Schönbrunn, 13. Dezember, Jahr unleserlich.

2 SS. 4to. Mit zwei Beilagen (s. u.).

 200.00

In französischer Sprache an einen namentlich nicht genannte Comte.

Der einem steirischen Uradelsgeschlecht entstammende Militär zeichnete sich in der Völkerschlacht bei Leipzig aus, wurde zum Oberst befördert und führte 1814 ein Kürassierregiment gegen die Franzosen. "Als Kommandierender General leitete er 1844 das militärische Vorgehen gegen die sozialen Unruhen in Böhmen. Bei Ausbruch der Märzunruhen 1848 zufällig in Wien, versuchte er vergeblich den Sturz Metternichs zu verhindern, und übernahm mit diktatorischen Vollmachten das militärische Kommando über die Stadt. Wieder nach Böhmen entsandt, verlor er bei der Niederwerfung des Pfingstaufstandes in Prag durch Schüsse aus der aufgebrachten Menge Frau und ältesten Sohn. Nach Ausbruch der Oktoberrevolution belagerte er Wien, schlug einen Entsatzversuch der Ungarn zurück und rückte am 31.10.1848 in die Stadt ein, wo er ein strenges Strafgericht hielt und u. a. Wenzel Georg Messenhauser und Robert Blum zum Tod verurteilte. W.-G. hatte wesentlichen Anteil an der Abdankung Kaiser Ferdinands I. und der Ernennung seines Schwagers Felix Fürst zu Schwarzenberg zum Ministerpräsidenten. Nach dem Regierungsantritt Franz Josephs I. zog er im Dezember 1848 gegen die aufständischen Ungarn, besetzte Preßburg, Raab und Budapest, wurde jedoch nach einigen Niederlagen von seinem Posten abberufen und zog sich auf seine böhmischen Güter zurück. Da nun auch Schwarzenberg ihm die weitere Unterstützung versagte, nahm sein Einfluß rapide ab. 1859 noch einmal mit einer Mission nach Berlin betraut, wurde Windisch-Graetz Gouverneur der Bundesfestung Mainz und 1861 Mitglied des österreichischen Herrenhauses" (DBE).

Mit schwarzem Trauerrand und kleinen Randeinrissen.

Beiliegend ein eh. Brief mit U. von Feldmarschalleutnant Castiglione (dat. Bozen 26. VIII. 1864, 2 SS.) sowie ein von einem nicht identifizierten Verfasser stammender Brief (dat. St. Gallen, 20. VIII. o. J.

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