Goebbels, Joseph, NS-Politiker und Reichspropagandaminister (1897-1945). Eigenh. Manuskriptblatt mit elffacher U. (meist "J. Goebbels").

Wohl Bonn, um 1917.

2 SS. Kl.-4to.

 1,500.00

Gedanken über seinen Kommilitonen Karl Heinz und dessen Begleiterin bei einem Ausflug: "wie ihm die Liebe und Treue seiner Freunde nicht die sorgende Liebe seiner guten Mutter ersetzen könnten, und wie er sich manchmal trotz aller Fröhlichkeit so einsam und so verlassen vorkäme. Und dann diesen Blick seiner strahlenden Blauaugen voll auf seine junge Begleiterin heftend, sagte er plötzlich und unerwartet: 'Gnädiges Fräulein haben wohl nie die Qualen verspürt, die ein junges Herz verspürt, das sich nach einem Funken Liebe sehnt, das da fast verschmachtet unter dem Drucke diese herzlosen Welt'. Leicht errötend schlug das junge Mädchen die Augen zu ihm auf, und dieser volle, gütige Blick […] sagte Karl Heinz, daß er verstanden worden war. Und nun erzählte das junge Mädchen ihm aus seinem Leben und Karl Heinz war es, als könne er dieses Wesen lieben und verstehen, das ihm da sein junges Herz ausschüttete. Jetzt erst verstand er es, wie er diesem jungen Mädchen all das, was ihn bedrückte, hatte anvertrauen können, ohne Furcht, nicht verstanden zu werden […]".

Goebbels war Anfang April 1917 zum Studium nach Bonn gezogen, wo er der katholischen Studentenverbindung Unitas Sigfridia beigetreten war und "Leibbursche" seines neuen Freundes Karl Heinz ("Pille") Kölsch wurde, den er als sein "Ideal" bezeichnete.

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