Bach, Alexander Frh. von, Politiker (1813-1893). Brief mit eigenh. U.

Rom, 7. XI. 1860.

2½ SS. auf Doppelblatt. Folio.

 150.00

An den "General Adjutanten S. M. des Kaisers" Franz Gf. Folliot de Crenneville-Poutet (1815-1888): "Der heute früh hier eingetroffene Herr Hauptmann des General Quartiermeisterstabes, Baron Dumoulin, hat mir die verehrliche Zuschrift übergeben, welche Euer Exzellenz [...] an mich gerichtet haben. Ich habe bereits Gelegenheit gefunden den Herrn [...] Staatssekretär von der dem genannten kais. Offizier gewordenen Mission vorläufig in Kenntnis zu setzen. Sobald der Kriegsminister Msgr. Mérode von einem Ausflug nach Frosinone zurückgekehrt sein wird, werde ich mit demselben das Weitere besprechen [...]".

Im niederösterreichischen Loosdorf geboren, war der promovierte Jurist - Mitbegründer und führendes Mitglied des liberalen "Juridisch-politischen Lesevereins" - Justizminister in den Kabinetten Doblhoff-Wessenberg (Juli bis November 1848) und Felix Fürst Schwarzenberg (November 1848 bis April 1852). Maßgeblich an Kaiser Franz Josefs "Sylvesterpatent" vom 31. XII. 1851 beteiligt, bildete das von Bach gemeinsam mit Karl Friedrich Kübeck Frh. von Kübau (1780-1855) ausgearbeitete, später das "Bachsche System" genannte Regelwerk die Grundlage für die politische Führung des wiedererrichteten absolutistischen Staates. Nachdem der Kaiser nach Schwarzenbergs Tod 1852 selbst die Staatsgeschäfte übernommen hatte, wurde Bach als Präsident der Ministerkonferenz zum wohl einflußreichsten Regierungsmitglied und 1854 in den Freiherrenstand erhoben. Nach den Niederlagen von Magenta und Solferino (Juni 1859) entlassen, war er bis 1865 Botschafter beim Heiligen Stuhl. "Sein vielfach befehdetes System bildete einerseits die Grundlage für die Neugestaltung des Staates, die bis zum Ende der Donaumonarchie (1918) wirksam blieb, anderseits verschärfte sein auf das Deutschtum gestützter Zentralismus die Nationalitätenfrage" (DBE).

Auf Briefpapier mit französisch gepr. Briefkopf seines Amtes als Botschafter des Kaisers beim Hl. Stuhl.

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