Milder-Hauptmann, Anna, Sängerin (1785-1838). Eigenh. Brief mit U.

Berlin, 12. I. 1837.

3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 1,500.00

"Entschuldigen Sie, wenn ich so frei bin, dieselben mit einer großen Bitte zu beläßtigen [sic]. Ich habe nemlich [sic] aus dem Oratorium Susanna von Händel, eine kleine Arie erhalten, die wundervoll ist; welche aber mit englischem Texte ist, da sie so kurz ist, würde ich ergebenst bitten, wenn es Ihre Geschäfte zuliesen [sic], die große Güte zu haben, den Text zu übersetzen. Ich bin so frei die Noten beizulegen. Ich habe gehört Sie sind nicht wohl, sonst wäre ich selbst gekommen. Nochmals bitte ich um Entschuldigung […]".

Als Zofe einer adeligen Dame nach Wien gekommen, von Emanuel Schikaneder entdeckt und von Antonio Salieri ausgebildet, debütierte die große Sängerin 1803. Napoleon - der sie 1809 erstmals hörte und zutiefst bewunderte - wollte sie nach Paris holen, was aber durch ihre im selben Jahr geschlossene Ehe verhindert wurde. "Ihre größten Triumphe feierte sie zu Berlin, wo sie 1816 als Primadonna engagiert wurde und bis 1829 sang (sie überwarf sich mit Spontini)" (Riemann, Musiklexikon, 11. Aufl., 1929, zit. n. DBA II 898, 210). Ihre Stimme in Verbindung mit einer ungewöhnlich großen mimisch-dramatischen Begabung inspirierte derart, daß u. a. Beethoven den "Fidelio" und Cherubini die "Fanisca" für sie schrieb; Schuberts Oper "Alfonso und Estrella" hingegen lehnte sie ab, "da die Rolle der Estrella ihr als zu lyrisch nicht lag" (MGG IX, 291).

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