König, Eberhard, Dramatiker und Erzähler (1871-1949). Eigenh. Brief mit U.

Berlin, 18. IV. 1900.

5 SS. 8vo.

 100.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Aus begreiflichen Gründen widerstand ich zunächst der Versuchung, meinem Gevatter Tod ein empfehlendes Geleitwort beizufügen. Jedoch, ich stehe mitten im Hagelschauer der Unbill und wohl oder übel lerne ich allgemach, mehr praktisch als feinfühlig sein - zudem ist mir zum Glück Ihre werte Persönlichkeit zu vertraut, als daß ich fürchten müßte, meine captatio könne in Ihren Augen ein schiefes Gesicht haben […]. Mein Stück ist hier […] aufgeführt, und mit erstaunlicher Einmütigkeit hat mich die liebwerte Berliner Kritik totgeschlagen. Nun gottlos, viro et regno! Was ich beklage, ist nur der materielle Fehlschlag, die erneute Hemmung meines Lohn, die mich immer noch in den engen Verhältnissen festnagelt, wo der Mensch seine edle Zeit mit Privatstundengeben verplempern muß […]".

Gelocht.

König arbeitete als Dramaturg in Berlin, bevor er sich als freier Schriftsteller in Frohnau bei Berlin niederließ. Er machte sich vor allem als Dramatiker einen Namen und schrieb u.a. die Publikumserfolge "Gevatter Tod" (1898), "Stein" (1907) und "Alkestis" (1912), für die er vorwiegend Stoffe aus der deutschen und antiken Geschichte und der Sagenwelt aufgriff.

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