Stadion-Thannhausen, Emerich Gf. von, Schriftsteller (1838-1901). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 23. XI. 1900.

1 ½ SS. 8vo. Gefaltet.

 90.00

Kondoliert einer namentlich nicht genannten Adressatin zum Tod ihrer Mutter. "Ich bin sehr nervenkrank / und oft ganz verzagt! / Gott erbarme sich unser Aller!".

Der aus dem ungarischen Belatincz gebürtige Stadion-Thannhausen, ein Sohn des Grafen Damian Friedrich und Katharina, geb. Prinzessin Ghika-Desansalva, schrieb schon im Alter von elf Jahren ein Theaterstück, das Zaubermärchen "Der Erdgeist", und komponierte auch sein erstes Klavierstück. Später in Laientheatern und zu wohltätigen Zwecken auftretend, wurde er er einem größeren Kreis bekannt, "als der spiritistische Schwindel sich auch nach Österreich verirrte, wozu sein Vermögen eines magnetischen Schlafes erst das rechte Relief hergab" (Wurzbach XXXVII, 26f.). Bis Mitte der 1860er Jahre stand er in militärischem Dienst, "zeichnete sich als Officier bei den Kaiserjägern bei den Schlachten von Magenta und Solferino aus" (ebd., 27), war kurze Zeit verheiratet und führte hernach längere Zeit ein Wanderleben, das ihn mal da und mal dort sah. Sein schriftstellerisches Werk umfaßt vorwiegend Lustspiele; zu seinen Korrespondenzpartnern zählen u. a. Franz Keim und Karl Debrois van Bruyck; Sacher-Masoch publizierte an prominenter Stelle seiner Novelle "Mondnacht" einen Brief an S.-T.

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