Reimann, Otto, Schauspieler und Theaterdirektor (1871-1956). Ms. Brief mit eigenh. U.

Bad Kissingen, Würzburg, 20. XI. 1912.

1 S. 4to.

 120.00

An einen Prof. Krätz: "Herr Regisseur/Freihen/ hatte die Liebenswürdigkeit, mir das von Herrn /Müllauer/ an Ew. Hochwohlgeboren gerichtete Schreiben zur Kenntnis zu geben. Es steht mir natürlich vollkommen fern, auf die Entschlüsse Ew. Hochwohlgeboren in irgend einer Weise einwirken zu wollen, jedoch finde ich das Ansuchen, welches Herr /Müllauer/ an Ew. Hochwohlgeboren stellt, höchst sonderbar und sind mir derartige Bittgesuche in meiner nunmehr 15-jährigen Tätigkeit als Direktor bei meinem Personal noch nicht vorgekommen. Auch glaube ich fest annehmen zu können, nachdem ich Herrn /Müllauer/ zur Rede gestellt habe, dass er auch noch an andere Personen derartige Gesuche gerichtet hat. Zu Ihrer Aufklärung diene Ichnen, dass Herr Müllauer bei mir eine monatliche Gage von Rm. 150.- bezieht, und dass derselbe im ersten Jahre beim Theater ist und noch sehr wenig leistet. Ich will ja dieses Einkommen nicht als hoch bezeichnen, aber von dierekten Nahrungssorgen kann in diesem Falle doch kaum die Rede sein […]".

Nach dem Tod seines Vaters übernahm Reimann als dessen Nachfolger schon als 27-Jähriger die Intendanz des Kurtheaters Bad Kissingen. 1906 übernahm er auch die Intendanz des Würzburger Stadttheaters.

Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. Gefaltet.

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