Rettich, Julie, geb. Gley, Schauspielerin (1809-1866). Eigenh. Schriftstück mit U.

O. O. u. D.

4 SS. 8vo. Faltbrief.

 450.00

An Auguste Anschütz (1819-1895): "Endlich meine liebe, beste Gustel komme ich dazu deinen lieben Brief zu beantworten, der mir große, große Freude gemacht hat. Du glaubst nicht welch' Vergnügen mir jede Zeile von dir macht, selbst wenn sie nicht an mich gerichtet ist, denn in jedem Wort spricht sich dein gutes, unverdorbenes, kindliches Gemüth aus, und ohne dir zu schmeicheln muß ich sagen, daß, wenn du dich gehen läßt, du höchst liebenswürdig in deinen Briefen bist. Ich bin der Mutter auch immer sehr dankbar wenn sie mir etwas von dir mittheilt, und dies geschah erst gestern an dem Geburtstag deines Vaters, den wir sehr vergnügt und angenehm verbrachten. Deiner wurde innigst gedacht, und alle möglichen Pläne gefaßt, um deinen Besuch zu feyern und dir alle Gattungen Vergnügen zu bereiten […]".

Die in Hamburg geborene Schauspielerin nahm Unterricht bei Ludwig Tieck und debütierte 1825 am Hoftheater in Dresden. Nach Gastspielen in Prag, Hamburg und 1828 am Wiener Burgtheater erlangte sie ihren ersten großen Erfolg 1829 als Gretchen in Goethes "Faust". "Nach Gastspielen in Berlin und Wien gehörte sie von 1830 bis 33 und seit 1835 als Nachfolgerin Sophie Schröders dem Ensemble des Burgtheaters an. Rettich hatte durch ihre Freundschaft mit der Erzherzogin Sophie Einfluß auf Theater und Hof in Wien und verhalf Friedrich Halm durch ihre Darstellung der Griseldis zu seinem Erfolg. In ihrem Salon verkehrten u. a. Eduard von Bauernfeld, Franz Grillparzer, Friedrich Hebbel, Heinrich Laube und Adalbert Stifter. Rettich gilt neben Sophie Schröder und Charlotte Wolter als dritte bedeutende Burgschauspielerin des 19.Jahrhunderts" (DBE).

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