Natorp, Paul, Philosoph und Pädagoge (1854-1924). Eigenh. Brief mit U.

Marburg, 11. XII. 1902.

2½ SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 150.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ich danke Ihnen bestens, daß Sie meine unbescheidenen Einwendungen gegen das Brücklersche Lied einer so eingehenden und belehrenden Antwort gewürdigt haben. Ich finde auch viel Feinheit in der Komposition, nur das Ideal einer kongenialen Auffassung des Dichters scheint sie mir nicht zu erfüllen; einen sehr bestimmten Charakterunterschied geben ja auch Sie zu, wenn Sie sagen, daß B. da 'überfloß wo Hebbel an sich gehalten hätte'. Gerade zu diesem 'Ansichhalten' stimmt aber auch die strenge Ruhe des Rhythmus und das wunderbare Ebenmaß der Form. Übrigens kam es mir nicht auf den einzelnen Fall nur an, sondern es trat mir daran nur von neuem die Frage entgegen, die mich schon viel beschäftigt hatte: wie allgemein die Rhythmik der Komposition zu der des Gedichtes sich verhält [...]".

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