Holub, Emil, Afrikaforscher (1847-1902). Eigenh. Brief mit U.

Wien, 13. XI. 1900.

3¾ SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 280.00

An einen unbekannten Empfänger in geschäftlichen Belangen: "In ähnlicher Weise, als wie vor 3 Wochen, als ich von meinem Vortrag aus München heimgekommen die unangenehme Nachricht erhielt, dass meine Frau dem Drängen nachgebend, unseren Lagerraum an die Firma Barnum et Bailey abgetreten hat, in ähnlicher Weise wurde mir nach meiner gestrigen Rückkehr die unangenehme Nachricht des Stalles zutheil.

In re ersterer Sache erleiden wir einen sehr grossen Schaden an unseren seit 1888 gut ausgetrockneten Glaskästen, die in der Feuchte des Bretternhauses feucht werden müssen, was wohl viele der grossen Schautafeln zum bersten bringen muß. In re des Stalles hoffe ich mit Herrn Bailey einig zu werden, doch sollte er keine Concession in dieser Sache machen, [...]".

Nach drei Expeditionen im südlichen Afrika zwischen 1873 und 1879 und einem erfolglosen Versuch den Kontinent von Süden nach Norden zu durchqueren (1886/87) widmete sich Emil Holub Reiseberichten, Vorträgen und der Vermarktung seiner in Afrika angelegten umfangreichen Sammlung. 1891 fand eine großangelegte Ausstellung in der Wiener Rotunde statt, wo Holub auch lebte. Offenbar vermietete der von Geldsorgen geplagte Forscher die vom Handelsministerium zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten im Wiener Prater an Dritte. Der Brief zeugt von einer für Holub unerfreulichen Geschäftsbeziehung mit dem US-amerikanischen Wanderzirkus Barnum & Bailey, der 1900/01 mit großem Erfolg in Wien in der Rotunde gastierte.

Mit zahlreichen Randeinrissen. Knittrig.

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