Fichte, Immanuel Hermann, evangelischer Theologe und Philosoph (1796-1879). Eigenh. Brief mit U.

Tübingen, 26. X. 1850.

2 SS. 4to.

 1,500.00

An Friedrich und Christine Hebbel: "Argwöhnen Sie nicht wegen meines bisherigen Schweigens, meine werthesten Freunde, daß die besprochene Angelegenheit von mir vergessen oder nicht gehörig betrachtet worden sei während meines jüngsten Aufenthaltes in Stuttgart, der übrigens kürzer war, als ich mir vorgestellt. Ich erwartete, dem bestimmten Versprechen von Grunert zufolge, von diesem noch einen Brief in jener Sache; ebenso glaubte ich noch einmal in Geschäftsangelegenheiten nach Stuttgart reisen zu müssen, vielleicht sogar um D[emoise]lle dort spielen zu sehen, wo ich denn auch Grunert erneuert [!] zu sprechen Gelegenheit gefunden hätte. Jener Brief ist bis jetzt nicht eingetroffen; zu jener Reise hat sich auch keine genügende Veranlassung geboten, u. so eile ich nunmehr, Ihnen Rechenschaft abzulegen von dem, was ich gesagt u. was ich vernommen. Ich sprach nur Grunert, u. da ich ihm von meinen Wiener Eindrücken lebhafte Schilderungen machte, so konnte ich auf das Natürlichste u. ganz nur als meine Gedanken, ihm jenen Wunsch, Sie für St[uttgart] zu gewinnen, an's Herz legen […]".

Bei Grunert handelt es sich um den Schauspieler und Regisseur Karl Grunert, Mademoiselle Rachel galt als eine der größten Tragödinnen ihrer Zeit; anläßlich ihres Gastspiels in Berlin gab König Friedrich Wilhelm IV. eine Statue von ihr in Auftrag, die auf der Pfaueninsel, nordöstlich des Schlosses aufgestellt wurde; seit den 1990er Jahren steht sie im Vestibül des Schlosses und an ihrer ursprünglichen Stelle eine Kopie.

Mittig in zwei Teile zerrissen, dessen unterer auch mit einem kleinen Randeinriß, sonst gut erhalten.

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