Rollett, Hermann, Schriftsteller und Archivar (1819-1904). "Naturkalender". Eigenh. Manuskript.

O. O., [1835?].

13 SS. (inkl. Titel) auf 4 Bll. Tinte auf Papier. 8vo. Zeitgenössische Broschur.

 650.00

Anthologie von Kalendersprüchen (Natur- und Witterungsereignisse, Verrichtungen etc.) für jeden Tag des Jahres, sämtlich im Stil von "Jurende's vaterländischem Pilger", der bis zu seiner Einstellung 1852 in seinem Kalenderteil eine eigene Spalte für den "Naturkalender" führte, "wo jedem Tage eine kleine Bemerkung [...] beygegeben ist" (Jahrb. der Literatur 1818.4, Anzeige-Blatt S. 76). Es scheint hier ein Entwurf für den Naturkalenderteil des Jahrgangs 1836 vorzuliegen, der aber noch redaktionell umfassend bearbeitet und umgestellt worden wäre. Nicht signiert, jedoch am hinteren Innendeckel von späterer Sammlerhand bezeichnet und im Schriftbefund stimmig. Eine Tätigkeit des jungen Rollett als Kalenderspruchlieferant wäre bislang nicht bekannt; 1835/36 war der Badener Arztsohn noch Schüler am Wiener Piaristengymnasium.

Der Vormärz-Lyriker Rollett wurde wegen revolutionärer Gesinnung polizeilich verfolgt, floh 1845 nach Deutschland und später in die Schweiz. 1854 vorübergehend nach Österreich zurückgekehrt, promovierte er 1857 in Gießen zum Dr. phil. und studierte später Pharmazie in Wien. Rollett gehört neben Moritz Hartmann und Hermann Jellinek zu den bekannteren Vertretern der Bewegung "Junges Österreich" und bekannte sich zum Deutschkatholizismus.

Broschur etwas angestaubt und mit Randläsuren.

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