Schumann-Heink, Ernestine (Tini), Sängerin (1861-1936). Eigenh. Brief mit U.

O. O., 23. III. 1890.

3 SS. auf Doppelblatt. 8vo.

 350.00

An eine ungenannte Empfängerin: "Von Herzen danke ich Ihnen für Ihre so freundlichen Zeilen, wenn Sie wüßten wie wohl mir Ihr Lob gethan; weiß ich doch wie streng und gerecht Sie kritisieren [...]".

Geboren in Lieben bei Prag, wurde die junge Sängerin von Mariette von Leclair, Karl Krebs und Franz Wüllner ausgebildet. Nach einem Engagement an der Berliner Kroll-Oper kam sie 1883-89 ans Hamburger Opernhaus. Nach einem ersten Auftritt 1898 in den USA kam sie im Jahr darauf an die Metropolitan Opera in New York, wo sie bis 1932 zu hören sein sollte. Schumann-Heink, die "zu den bedeutendsten Altistinnen ihrer Generation [zählt]" (DBE) wirkte von 1896 bis 1914 bei den Bayreuther Festspielen mit und sang u. a. die Klytämnestra in der Uraufführung von Richard Strauss’ "Elektra" in Dresden (1909). 1915 war sie in einem Stummfilm Fatty Arbuckles ("Mabel and Fatty Viewing the World's Fair at San Francisco") und später in Erich von Stroheims "The Wedding March" (1928) zu sehen, ihr Tonfilmdebüt gab sie mit 74 Jahren in Alfred E. Greens "Here's to Romance" (1935). "Wenige Sängerinnen waren so populär wie sie. Im Darstellerischen beherrschte sie in feinster Abstufung die volle Skala vom Komischen über das Tragische bis zum leidenschaftlichsten Naturalismus, so daß ihre Persönlichkeit noch lange Zeit wegweisend wirkte [...]" (MGG XII, 325).